Autor:
Lesedauer ca. 3 min.

Iratus Nebula – Natur Und Seele

Künstler:

Iratus Nebula

Herkunft:

Deutschland

Bandmitglieder:

Baalberith (Gesang)
Aldaris (alle Instrumente)

Link:

Album:

Natur Und Seele

Genre:

Blackened Metal, Black Metal, Atmospheric Black Metal

Erscheinungsdatum:

14.01.2022

Tracklist:

1. Natur Und Seele
2. Das Weite Land
3. Essenz
4. Asche
5. Winternacht

Bereits im Jahr 2014 war bei Aldaris die Idee geboren, seine Gedanken und Ideen in Songs einfließen zu lassen, die er in seinen anderen Bands und ehemaligen Projekten XIV Dark Centuries, Askon und Vermin nicht umsetzen konnte. So schrieb und verwarf er einiges, bevor im Jahr 2018 die ersten Songs so waren, wie es Aldaris vorschwebte. Um den Texten eine Stimme zu geben, holte er Ende des Jahres 2019 Baalberith an Bord. Auch der war und ist in einigen anderen Bands/Nebenprojekten aktiv, nämlich Violation, Lord Astaroth, Angelus Mortis, Homicidal Violence, Nuclear Storm und Ableben. Gemeinsam veröffentlichten sie Anfang dieses Jahres komplett in Eigenregie unter dem Namen Iratus Nebula das Album Natur Und Seele, das man sich auf allen gängigen Plattformen anhören kann. Vertrieben wird Natur Und Seele nicht nur von der Band selbst auf ihrer Bandcamp-Seite, sondern auch via Einheit Produktionen, Schattenpfade und Pesttanz Klangschmiede.

Als ich die Bandinfo zu Iratus Nebula las, musste ich sofort an Firn denken, für dessen Debütalbum Frostwärts ich ja gerade ein Review schreiben durfte. Sowohl Aldaris als auch Firn bedienen nämlich mit ihren Texten nicht die klassischen Black Metal-Themen, sondern beziehen sich immer wieder auf persönliche Themen und ihre Verehrung der Natur. Daher würde Aldaris seine Songs auch nicht dem Black Metal zuordnen, sondern nennt das Ganze Blackened Metal. Das ändert allerdings wenig daran, dass es musikalisch doch schwarzmetallisch zugeht. Der Sound von Iratus Nebula unterscheidet sich von den Black Metal-Alben, die ich in letzter Zeit hören durfte. Die Songs kommen nicht mit sattem Sound aus den Boxen, sondern Iratus Nebula halten das Ganze ein wenig ursprünglicher, manchmal fast karg.

Mitten in der Natur findet man sich während der ersten Töne von Natur Und Seele. Der Titeltrack des Albums startet mit Vogelgezwitscher und dem lauten Krächzen einer Krähe. Während sich die ersten (akustischen) Gitarrentöne einschleichen, erklingt im Hintergrund auch noch das Heulen des Wolfes. Sehr viel Zeit lassen sich Iratus Nebula mit dem Eintritt in dieses Album. Im instrumentalen Intro werden die akustischen irgendwann von stromverstärkten Gitarren begleitet, bevor nach fast zwei Minuten zum ersten Mal Baalberith zu hören ist. Aber um Natur und Seele in Einklang zu bringen, muss man ja tatsächlich Geduld haben. Und Aldaris hat beim Songwriting schon darauf geachtet, wie lange man einen Part halten kann. So gibt er auch der Leadgitarre mal Zeit, sich aus dem Twin-Guitar-Spiel herauszulösen und ihre eigene Melodie zu spielen. Auch die Blastbeats kriegen mal ihre Auszeit, während das Doublebase-Spiel noch durchgezogen wird.

Im Vergleich zum ziemlich langen Intro des Titeltracks kommt Das Weite Land wesentlich zügiger aus den Startlöchern. Auch hier überwiegt das Uptempo, und das schöne Twin-Guitar-Spiel zieht sich wie ein roter Faden durch die knapp sieben Minuten. Es gibt auch tatsächlich einen Backgroundchor, der dem Track so etwas wie Erhabenheit verleihen kann, bevor die Blastbeats mich wieder in die Realität meines Arbeitszimmers zurückholen.

Mitten zwischen die vier schwarzmetallischen Songs mit ihren sechs bis sieben Minuten Spielzeit hat Iratus Nebula das kürzere und instrumentale Essenz gesetzt. Hier finden wir uns mitten in einem Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen wieder. Bei dem schönen Spiel der akustischen Gitarren könnte man sich fast eine Szenerie an einem Kaminfeuer vorstellen, vor dem sich die Menschen versammelt haben, während draußen das Unwetter tobt. Eine wohl durchdachte Entscheidung, mal etwas Abstand zum Black Metal reinzubringen.

Das heruntergebrannte Kaminfeuer hat ein Häufchen Asche hinterlassen. Aber aus der Asche entsteigt auch neues Leben, und so heißt auch der nächste Song. Nach einem relativ langsamen Beginn wartet Asche mit einigen Tempowechseln und vor allem einem sehr intensiven Gesang von Baalberith auf. Den Track mit einem schönen Gitarrensolo ausklingen zu lassen, hat was. Apropos “ausklingen”, mit Winternacht klingt das Album auch schon aus. Ruhig schreitet der Song dahin, der Kontrast zwischen dem rauen Gesang und den Screams von Baalberith und dem düster klingenden Männerchor könnte größer nicht sein. Es liegt sicher nicht nur am Songtitel, sondern auch an der Atmosphäre, die Winternacht verströmt, dass es in meinem Zimmer gefühlt gleich mal ein paar Grad kälter geworden ist.

Unser Fazit

Aktuell läuft Iratus Nebula als reines Studioprojekt, aber ich hoffe ja, dass Aldaris auch noch Musiker findet, mit denen er seine Songs live präsentieren kann. Bei den Shows dürfte eine ganz eigene Stimmung herrschen. Mich haben die fünf Tracks jedenfalls sehr angesprochen, auch wenn ich zugegebenermaßen nicht alles vom Gesang verstanden habe. Und auch, wenn es live so schnell nichts werden sollte, hoffe ich, dass da trotzdem zumindest noch neue Songs folgen werden.

Unsere Wertung

8.0 von 10.0

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