Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

Dystersol – Anaemic

Künstler:

Dystersol

Herkunft:

Aflenz, Österreich

Bandmitglieder:

Lukas Hatzmann (Gesang)
Gerhard Rosskogler (Gitarre)
Andreas Kienleitner (Gitarre)
Matthias Krenn (Bassgitarre)
Matthias Rinner (Schlagzeug)

Link:

Album:

Anaemic

Genre:

Modern Death Metal, Modern Melodic Death Metal

Erscheinungsdatum:

06.04.2023

Tracklist:

01. Things To Come
02. Fail Better
03. In Dreams
04. Battering Ram
05. Mountain Of Death
06. Shapeshifter
07. Nailed To The Stars
08. Rainmaker
09. Soothsayer
10. Dollmaker
11. Niedergang
12. Into The Void

Ich muss ja zugegebenermaßen bei Metalbands aus Österreich immer noch zuerst an The Sorrow denken, die es ja leider schon seit einigen Jahren nicht mehr gibt. Aber natürlich tummeln sich bei unseren südlichen Nachbarn noch sehr viel mehr Bands, die für mächtig Bewegung in der Szene sorgen. Dazu gehört auch Dystersol, die an mir bislang allerdings vorbeigegangen sind, obwohl sie im nächsten Jahr schon ihr zehnjähriges Bandjubiläum feiern können. Die “10 Years Anniversary Show” ist schon festgezurrt und wird in Graz stattfinden. Zwei Alben haben sie bereits veröffentlicht, Welcome The Dark Sun in 2014 und The Fifth Age Of Man in 2018. Am 06.04. erscheint nun via Black Sunset/MDD Records das dritte Werk der Österreicher. Es heißt schlicht und ergreifend Anaemic und kommt mit seinen 12 Songs (besser gesagt zehn Songs + Intro und Outro) auf eine Spielzeit von roundabout 45 Minuten.

Dem Pressetext entnehme ich, dass Anaemic ein Konzeptalbum ist, das die Geschichte von Aufstieg und Fall eines fiktionalen Serienkillers erzählt. Bei der Idee, dass ein Mensch, der negativ beeinflusst und zu oft von seinem Umfeld und der Gesellschaft enttäuscht wird, zu einem Psychopathen wird, muss ich sofort an den großartigen Film Falling Down – Ein ganz normaler Tag mit Michael Douglas in der Hauptrolle aus dem Jahr 1993 denken. Mal hören, ob Dystersol dazu vielleicht einen neuen Soundtrack liefern. Wie sie selbst auf Facebook schreiben, geht es musikalisch in eine härtere und auch komplexere Richtung. Ob dieses Album tatsächlich härter und komplexer als die Vorgänger ist, kann ich nicht beurteilen. Hart und komplex ist es aber definitiv, und das sorgt auch für die Abwechslung, die mich über die gesamte Spielzeit bei der Stange hält.

Tempomäßig stellen sich Dystersol bei jedem Song neu auf und variieren nicht nur sehr geschickt von Song zu Song, sondern teilweise auch innerhalb der Songs, wie z. B. bei meinem Favoriten Shapeshifter. Großartig auch die mit breiter Brust vorwärts stampfenden Tracks In Dreams (der ab der Hälfte allerdings mit einer krassen Tempoverschärfung daherkommt) und Mountain Of Death! Und gerade in den langsameren Tempobereichen denke ich dann bei dem einen oder anderen Riff tatsächlich auch mal an Gojira. Aber auch, wenn Dystersol das Tempo forcieren, wie in Fail Better oder Battering Ram, liefern Gerhard und Andreas sehr gediegene Riffs als auch krasse Soli. Dank des hervorragenden Masterings von Nicholas Zampiello / New Alliance East Mastering darf ich in diesen Passagen nicht nur mit Begeisterung den Doublebase-Attacken von Matthias (Rinner) lauschen, sondern auch dem sehr pointierten Spiel von Matthias (Krenn). Und last but not least sei natürlich auch Lukas genannt, der die wirre Gedankenwelt des Protagonisten, um den es auf Anaemic geht, mit seinen Screams, Shouts und Growls wahrlich perfekt intoniert.

Unser Fazit

Konzeptalben sind bei mir nach wie vor Perlen vor die Säue geworfen. Aber das heißt ja nicht, dass mich das, was Dystersol hier ungefähr 45 Minuten lang präsentieren, nicht begeistern kann. Musikalisch ist das nämlich sehr geil und dürfte vor allem bei Fans, die eher von der Melodic Death Metal-Schiene kommen, für leuchtende Augen sorgen. Ich bin ja eigentlich eher ein Fan von Uptempo-Songs, aber auf “Anaemic” sind meine Favoriten tatsächlich die Midtempo-Songs bzw. -Passagen. Was da für eine Urgewalt von ausgeht, ist beeindruckend.

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

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