Autor:
Lesedauer ca. 3 min.

Divinations – Transcendence Of Time

Künstler:

Divinations

Herkunft:

Berlin, Deutschland

Bandmitglieder:

Mario (Shouts)
Zac (Gitarre und Clean Vocals)
Flavius (Gitarre)
Maurice (Bassgitarre)
Martin (Schlagzeug)

Link:

Album:

Transcendence Of Time

Genre:

Metalcore

Erscheinungsdatum:

23.09.2022

Tracklist:

1. An Incantation For Eternal Resurrection (Intro)
2. Unison
3. The Escapist
4. Magnolia
5. A Dirge For Hell-Bent Martyrs (Interlude)
6. Retrograde
7. Altschmerz
8. Eternal
9. Chaos
10. A Ritual Towards The Transience (Interlude)
11. Kali Yuga
12. Abysswalker
13. A Haunted Soul

Manche Bands orientieren sich ja im Laufe der Zeit das ein oder andere Mal um. So war es wohl auch bei Divinations. Mit einer etwas anderen Besetzung waren sie im Jahr 2018 unter dem Namen Eve And Ink aktiv und haben damals eine EP und im Jahr 2019 noch eine Single veröffentlicht. Dann stieß Zac zur Band, und die Jungs entschlossen sich, neue musikalische Wege einzuschlagen. Als Divinations sollte es weitergehen, und das Songwriting für Transcendence Of Time startete. Und nachdem wir ja schon über den Song Magnolia berichtet hatten, den Divinations als fünfte und letzte Single vorab veröffentlicht hatten, hat jetzt auch endlich dieses Debütalbum Transcendence Of Time das Licht der Welt erblickt. Das kommt mit seinem Intro, zehn regulären Tracks und zwei Interludes auf ungefähr 48 Minuten Spielzeit. Nach dem ersten Hördurchlauf bin ich erstmal ziemlich platt, denn Divinations sind eine Metalcore-Dampframme, die alles niedermäht, was sich trotzig die Kopfhörer aufsetzt und den Lautstärkeregler nach oben schiebt.

Zeit verlieren sie auch nicht mit ihrem Intro, wobei sie dem Track An Incantation For Eternal Resurrection trotzdem um die 2:30 Minuten geben. Nur mit Cello und Drums kommt er sehr ruhig daher und leitet über in Unison. Und fast scheint es, als ob Divinations das Album mit einem Sprint starten wollen, denn (nicht nur) bei Unison bewegen sich die Jungs im Uptempo. In krassem Kontrast zu den Strophen, die tief im Metalcore verwurzelt sind, steht der fast schon poppige Chorus. Hier gibt’s auch zum ersten Mal den tollen Klargesang auf die Ohren. Auch mit dem ersten sehr coolen Gitarrensolo wartet der Song auf, und die tollen Twin Guitars fließen förmlich wie Honig durch die Gehörgänge. Beim folgenden The Escapist denke ich dann zum ersten Mal in den Strophen mit dem sehr coolen Bass-Spiel auch ein wenig an die Band Korn. Auch hier kann man sehr schön den Aufbau Strophe – Pre-Chorus – Chorus verfolgen und auch hören, dass sich die Jungs beim Songwriting jedem Part mit der gleichen Sorgfalt gewidmet haben. Da ist Abwechslung garantiert.

Zu Magnolia hatten wir ja bereits in unserer News vom 27.08. was geschrieben. Hier konnten Divinations für die Clean Vocals Jules von Neverland In Ashes gewinnen und warten auch mit einem sehr geilen Breakdown auf. Und dann kommt mit A Dirge For Hell-Bent Martyrs schon das erste ruhige Interlude. Das nimmt im Grunde den Faden aus dem Intro auf und punktet mit einem schönen Keyboardspiel, um das herum sich so langsam ein symphonisches Orchester aufbaut. Durchschnaufen ist da angesagt, denn mit Retrograde ziehen Divinations den nächsten Pfeil aus dem Köcher. War mir bei The Escapist noch der Name Korn durchs Hirn geschossen, ploppt hier während der Bridge eher Meshuggah auf. Sehr geiles Gitarrenspiel! Auch bei Altschmerz bleibt der Tachograph eher im roten Bereich, langsam scheint das Ding von Divinations nicht zu sein. Die Clean Vocals dieses Mal ein wenig tiefer, teilen sie sich auch hier den Chorus mit den Shouts. Und wieder diese wunderbaren Twin Guitars.

Was das Thema Strophe – Pre-Chorus – Chorus anbelangt, biegen Divinations bei Eternal mal auf eine andere Schiene ab. Ganz ohne Clean Vocals ist dieser Song angelegt und präsentiert einen mit breiter Brust im Midtempo vor sich hin stampfenden Chorus. Auch bei diesem Song muss ich ein wenig an Korn denken. Chaos ist zwar nicht wirklich chaotisch, kommt aber mit sehr krassen Riffs und Licks daher und zeigt, dass Divinations nicht vergessen haben, wie ein sehr gediegener Breakdown zu klingen hat. Dann steht auch schon die nächste Erholungspause an, auch das zweite Interlude A Ritual Towards The Transience lässt ein symphonisches Orchester erklingen, während im Hintergrund das Ticken einer Uhr zu hören ist. Das passt ja zum Thema, denn “transience” bedeutet “Vergänglichkeit”. Und um die erkalteten Muskeln nicht gleich wieder zu belasten, bewegt sich Kali Yuga eher im Midtempo. Mit dem Track bin ich auch nach dem drölfzigsten Hören nicht warm geworden, aber ein Filler ist er trotzdem definitiv nicht.

Wie schon Eternal kommt auch der vorletzte Song Abysswalker ohne Clean Vocals aus. Ein letztes Mal wird ordentlich Tempo aufgenommen, bevor A Haunted Soul startet. Bei dem Titel hatte ich ja befürchtet, dass Divinations noch eine Ballade liefern. Und er startet auch sehr ruhig mit Streichern und so einer Art Sprechgesang. Aber als Ballade würde ich den Song nicht bezeichnen, auch wenn er mit einem Wechsel zwischen Down- und Midtempo das Album für Divinations-Verhältnisse ruhig ausklingen lässt.

Unser Fazit

Ein dermaßen professionell aufgemachtes Album hätte ich von einer Band, die es noch nicht mal ein Jahr gibt und die auf Facebook gerade mal 868 Follower hat, definitiv nicht erwartet. Das fängt schon beim Songwriting an. Da haben die Jungs tatsächlich so ziemlich an alles gedacht, brechen auch mal ihre eigenen Strukturen auf und stehen nie still. Dass sie auch auf allen Positionen richtig gut besetzt sind, ist ein weiterer Pluspunkt. Dabei haben sie mit Mario nicht nur einen richtig geilen Shouter, sondern mit Zac auch jemanden, der zu den besten Clean Vocalisten gehört, die ich in letzter Zeit gehört habe. Mit Milan Steinbach von Pointbreak recordings, der sowohl die Aufnahmen als auch die Produktion, Mix und Mastering übernommen hat, kommt dann das letzte Puzzleteilchen dazu, das dieses Debütalbum aus der Masse der Veröffentlichungen herausstechen lässt.

Unsere Wertung

9.0 von 10.0

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