Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

We Awake – Crisis // Collapse

Künstler:

We Awake

Herkunft:

Dortmund, Deutschland

Bandmitglieder:

Marwin (Gesang)
Marnie (Gitarre)
Florian (Schlagzeug)

Link:

Album:

Crisis // Collapse

Genre:

Metalcore, Deathcore, Melodic Hardcore

Erscheinungsdatum:

22.12.2023

Tracklist:

1. The Rise
2. The Exploited
3. Chaos
4. Butterfly
5. Hero’s Path
6. Out Of Control
7. Introspection
8. Aeon

Als ich We Awake vor einigen Jahren, genauer gesagt im März 2017, mit ihrer Show beim SPH Music Masters entdeckt habe, war Sänger Marwin noch nicht dabei, und am Schlagzeug saß auch noch jemand anders. Nur Marnie stand auch damals schon mit dem Quintett auf der Bühne. Das Besetzungskarussell hat sich danach noch weitergedreht, und mal kamen sie als Quartett, mal als Trio daher. In der jetzigen Besetzung präsentieren sie sich aber schon seit geraumer Zeit und machen jede Bühne unsicher, die sich ihnen bietet. Trotz ihrer sehr starken Livepräsenz haben sie es geschafft, die Arbeiten am Album Crisis // Collapse abzuschließen. Acht Songs hieven das Scheibchen auf eine Spielzeit von ungefähr 27 Minuten.

Die erste Minute davon gehört dem instrumentalen The Rise. Sehr ruhig kommt der Track daher, aber man sollte sich nicht in Sicherheit wiegen, denn The Exploited lugt schon um die Ecke. Wie es der Titel schon verrät, geht es um Ausbeutung, und zwar die Ausbeutung, die der Mensch betreibt. Wir betreiben Raubbau an der Natur, rotten ganze Spezies aus und denken nach wie vor, wir sind die Krone der Schöpfung. Aber wie man gerade in diesen Tagen wieder in den Nachrichten hört, schlägt Mutter Natur zurück. Nur ungefähr zweieinhalb Minuten lang ist The Exploited, aber We Awake bauen hier mächtige Soundwände auf, die mich förmlich zu erdrücken scheinen. Mein Favorit kommt schon direkt danach. Chaos macht mit seinen verrückten Tempowechseln seinem Namen alle Ehre, wirbelt wie ein Orkan alles durcheinander und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Mit den Backingtracks im Chorus darf man gern auch mal an die italienischen Technical Death Metal-Virtuosen von Fleshgod Apocalypse denken. Großartig!

Großartig sind auch immer Live-Shows von We Awake, und an die muss ich beim folgenden Butterfly ganz besonders denken. Das liegt zum einen an dem ohrwurmartigen Riff, das Marnie hier liefert. Die läuft nämlich bei jeder Show zumindest einen Halbmarathon, während ihre Finger über die Saiten huschen. Zum anderen sorgen We Awake mit dem Hardcore-Part à la Scooter live immer mal wieder für große Augen und bei mir für ein Grinsen. Das kann ich mir auch jetzt nicht verkneifen. So einen fiesen Breakdown, wie We Awake direkt dran setzen, gibt’s bei Scooter allerdings nicht. Fies ist beim folgenden Hero’s Path nichts. Fast klingt es, wie die Beschreibung eines Fantasy-Spiels, durch dessen ausgebrannte Landschaft sich Marwins Avatar bewegt. Dass der nicht nur Growls und Shouts kann, beweist er hier mit den Clean Vocal-Parts.

So, wie schon bei Chaos ist auch bei Out Of Control der Songtitel Programm. Gibt’s eine Obergrenze für die Anzahl von Tempowechseln? Wenn sie so geschickt gesetzt sind, wie hier, definitiv nicht. Aber wer versucht, das Tempo im Circle Pit zu halten, dürfte aus der Kurve getragen werden, bevor der nächste Breakdown alles zerstört. Mit Introspection liefert das Trio ein zweites Instrumental, das bei mir allerdings weniger für Entspannung, sondern doch für einen gewissen Gruselfaktor sorgt. Falls jemand plant, einen Psychothriller zu drehen, hier ist der passende Soundtrack. Genau das Gegenteil liefern We Awake dann mit dem letzten Song und können mich mit Aeon tatsächlich (sehr positiv) überraschen. Power Ballade wäre vielleicht etwas übertrieben, aber mit seinem Downtempo kommt der Song dem schon recht nahe. In der Extended Version bringt es Aeon auf 8:34 Minuten, und nicht eine Sekunde davon schwebt mein Finger über der Skip-Taste. In dem fast drei Minuten langen sehr ruhigen Outro, gibt es tatsächlich auch ein Saxophon auf die Ohren. Auch, wenn das nicht mein Instrument ist, kann ich nur sagen: Chapeau!

Unser Fazit

Ich hatte ja von den dreien so ziemlich alles erwartet, vor allem mächtig „Geballere“. Das liefern We Awake natürlich auch. Aber dass sie tatsächlich auch mit einer so großartigen Powerballade daherkommen, und sich auch sonst musikalisch sehr breit aufstellen, hat mich dann doch überrascht. Wahrscheinlich habe ich die meisten Songs auch schon live gehört, aber das ist ja doch ein Unterschied zu dem sehr konzentrierten Hören für dieses Review. Und auch da wurde ich über die gesamte Spielzeit tatsächlich bestens unterhalten.

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

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