Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

We Are Perspectives – Heritage

Künstler:

We Are Perspectives

Herkunft:

Bottrop, Deutschland

Bandmitglieder:

Fred (Gesang)
Marc (Gitarre)
Timo (Bassgitarre)
Dustin (Schlagzeug)

Link:

Album:

Heritage

Genre:

Deathcore

Erscheinungsdatum:

24.11.2023

Tracklist:

1. Leaving
2. Irukandji
3. Aborning
4. Tower
5. Hatred
6. Stigma
7. Mokoli
8. Interlude (feat. Helmut Richter)
9. Godless
10. Devastator
11. Bloodshot
12. Gatekeeper
13. Heritage

Seit dem Jahr 2017 gibt es die Bottroper Band We Are Perspectives bereits. Ich habe sie im Jahr 2019 entdeckt, da hatten sie ihr Debütalbum Visitors bereits seit einem Jahr raus. Bei den vier Shows, bei denen ich sie danach noch erlebt habe, standen sie mal mit, mal ohne Bassisten auf der Bühne, aber seit Januar hat Timo diesen Platz eingenommen. Trotz dieses Hin und Her haben die Jungs regelmäßig neue Tracks rausgehauen. Gleich 13 davon finden sich auf dem neuen Album Heritage, das am 24.11. via 459 Records veröffentlicht wurde und auf eine knappe dreiviertel Stunde Spielzeit kommt. Und so, wie Fred während der Shows auch immer wieder soziale Themen anspricht, geht es auch in den Songs um soziale Gerechtigkeit, aber auch um die psychische Gesundheit oder Umweltschutz.

Das noch nicht mal zwei Minuten lange Leaving kann man wohl auch als Intro bezeichnen. Der Track kommt dank der symphonischen Elemente mit einer ausgefeilten Dramaturgie daher und lässt nicht ansatzweise erahnen, dass We Are Perspectives ab dem folgenden Irukandji die fette Deathcore-Kelle auspacken. Schon beim ersten Durchlauf des Albums wird klar, dass We Are Perspectives mit Heritage einen bemerkenswerten Schritt nach vorne gemacht haben. Die geschickte Verwendung von Tempowechseln ist einer der Aspekte, der mich sofort fesselt. Von rasend schnellen Passagen bis hin zu schweren, düsteren Rhythmen – die Jungs beherrschen die Kunst der Dynamik perfekt und nutzen sie, um eine fesselnde Atmosphäre zu schaffen.

Als Schlagzeugfan bin ich natürlich immer mit mindestens einem Ohr bei Dustin, dessen Doublebass-Technik so unfassbar präzise und intensiv ist, und den Songs eine zusätzliche Wucht und Aggressivität verleiht. Mit Fred haben We Are Perspectives einen weiteren Trumpf im Ärmel. Der zeigt auch auf Heritage eine beeindruckende Vielfalt, von tiefen Growls bis hin zu Screams. Diese Vielseitigkeit trägt dazu bei, dass die Songs nicht nur brutal, sondern auch ausdrucksstark und nuanciert sind. Die Gitarrenarbeit von Marc ist technisch höchst anspruchsvoll, und seine Riffs sind sowohl komplex als auch eingängig.

Absolut erwähnenswert sind natürlich auch die Breakdowns, die in Songs wie Hatred, Godless oder Gatekeeper präzise platziert sind und sie mit einer unerbittlichen Schwere durchziehen. We Are Perspectives scheuen sich andererseits auch nicht davor, melodische Elemente einzuflechten (Aborning, Tower), was dem Album eine zusätzliche Dimension verleiht. Und bei einigen „Gimmicks“ muss ich doch auch grinsen, wie z. B. dem Techno-Part bei Stigma (Scooter lässt grüßen 😀) oder dem kurzen Trap-Einschub bei Mokoli. Dem Song folgt dann tatsächlich so etwas wie eine Atempause, das ungefähr eine Minute lange Interlude erweist sich nämlich als ruhiges Instrumental, das nur von Helmut Richters Spiel auf der akustischen Gitarre getragen wird. Apropos „ruhig“, nach knapp 45 Minuten Growls, Screams, Doublebass- und Riffgewitter lassen We Are Perspectives das Album mit dem ruhigen Outro des Titeltracks ausklingen.

Unser Fazit

Oft verliere ich bei kompletten Alben irgendwann den Überblick, bei welchem Song ich gerade bin, weil die Songs sich nicht wesentlich unterscheiden. Die Gefahr besteht bei „Heritage“ aber definitiv nicht, denn die Jungs haben jedem der Tracks sein eigenes Gesicht verpasst und ein Album kreiert, das nicht nur die grundlegenden Elemente des Deathcore enthält, sondern auch durch seine raffinierte Struktur, technische Raffinesse und emotionale Tiefe überzeugt. “Heritage” ist ein beeindruckendes Zeugnis für die Evolution von We Are Perspectives innerhalb des Genres und wird sicherlich die Herzen von sehr vielen Deathcore-Fans erobern.

Unsere Wertung

9.0 von 10.0

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Telegram
Email

mehr Reviews

Jetzt meldet sich das Quartett mit neuem Material zurück und hat am 16.02. die Single "Give It To Me" veröffentlicht.
Mit ungefähr 26 Minuten, wartet To Those Who Tremble auf, und Aglasio zeigen im ungefähr dreißigsekündigen instrumentalen Intro noch nicht ansatzweise, was für eine progressive Schönheit sie da erschaffen haben.
Alle Inhalte geladen
Keine weiteren Inhalte verfügbar
Nach oben