Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

The Monistic – Traumanic (EP)

Künstler:

The Monistic

Herkunft:

Ruhrgebiet, Deutschland

Bandmitglieder:

Carsten Donde (Gesang)
Alexander Fischer (Gitarre)
Ansgar Hünninghaus (Bassgitarre)
Daniel Marciniak (Schlagzeug)

Link:

Album:

Traumanic (EP)

Genre:

Deathcore

Erscheinungsdatum:

22.04.2022

Tracklist:

1. Origin
2. Impact
3. Traumanic
4. A Bitter Pill
5. Neon God
6. I Am Nothing

In meinem Newsfeed tauchen immer wieder mal Posts auf, in denen Bands mitteilen, dass ein Mitglied in Zukunft nicht mehr dabei ist. Normalerweise bin ich da recht entspannt, denn es gibt ja so viele richtig gute Musiker, dass sich irgendwann der passende Deckel für den Topf findet. Als ich aber im vergangenen Jahr hörte, dass sowohl bei Between Portals als auch bei Sintrophy die Shouter raus sind, fand ich das, einfach gesprochen, doof. Beide Bands hatte ich schon bei einigen Shows erleben dürfen und fand die Shows immer sehr geil. Aber was im Hintergrund abläuft, weiß man natürlich nicht immer. Was war das dann aber eine freudige Überraschung, als ich erfuhr, dass sich für The Monistic die Instrumentenfraktion von Between Portals mit dem Shouter von Sintrophy zusammengetan hat! Stilistisch gibt’s irgendwie einen Mix aus den beiden ehemaligen Bands, der Härtegrad geht aber nach oben. Davon konnte man sich schon im ersten Video zum Titeltrack der EP überzeugen, und auch das aktuelle Video zum Song Neon God beschreitet den gleichen Weg.

Origin könnte man als überlanges Intro verstehen, das einen Ausblick auf das gibt, was in den ungefähr 20 Minuten, mit denen Traumanic aufwartet, passiert. Immer wieder tauchen Soundfetzen aus dem Nebel auf, es klingt, als wenn man Mittelwellenradio oder Internetradio mit 96kb hört. Und da es auf Traumanic um den Umgang mit Gefühlen geht, aber auch um psychische und gesellschaftliche Probleme, könnte man das auch fast als eine Art Gedankenfetzen ansehen. Die lässt unser Gehirn ja sehr gerne mal spätabends auf uns los, wenn wir eigentlich schlafen wollen.

Die Gedankenfetzen werden dann aufgerollt, Impact macht den Anfang. Einer klaren musikalischen Linie folgen The Monistic zunächst mal nicht, man könnte die erste Minute fast schon als Progressive Deathcore taggen. Dann haben sich die Jungs aber warmgespielt, und der Song nimmt Fahrt in Richtung Metalcore auf. Spätestens da dürfte sich der erste Moshpit bilden, wobei man auch immer einen Blick auf die Instrumentenfraktion werfen sollte. Was Alexander und Ansgar mit ihren Flitzefingern an den Saiten und Daniel an den Drums veranstalten, ist schon sehr krass. Djentige Riffs treffen auf coole Basslines und Doublebaseattacken. Dazu ein stimmlich breit aufgestellter Carsten, der zwischen tiefen Growls und Screams nichts auslässt. Das konnte man schon bei Between Portals und Sintrophy beobachten, wobei The Monistic mit ihren Songs definitiv ein neues Level betreten. Eingängig ist anders, sehr progressiv kommen die Songs daher, und ich muss irgendwie an die Fast & Furious-Filme denken, bei denen die Protagonisten die Gangschaltungen der Rennboliden ständig irgendwelchen Härtetests unterziehen. Mal wird Vollgas gegeben, dann kommt aber schon die nächste Kurve, also kurz mal auf die Bremse getreten, drei Gänge runter, ein wenig driften, und weiter geht’s. Vollgas fahren The Monistic allerdings nur mal kurz bei Impact, ansonsten bewegen sich die Songs eher im Midtempo, von den sehr geilen Breakdowns mal abgesehen. Sehr ambitioniert und spiel-/gesangstechnisch vom Feinsten.

Unser Fazit

Mit The Monistic tummelt sich seit kurzem eine weitere Band in der Szene, bei der ich mich frage, ob die Jungs neben den Proben und dem Üben eigentlich noch Zeit für was anderes haben. Ein dermaßen hohes Level hält man ja nicht mal einfach so. Auch das Songwriting ist schon eine Klasse für sich, denn 08/15-Deathcore gibt’s auf Traumanic nicht. Der Flow, in den ich beim Hören mancher Alben komme, hat sich zwar hier nicht eingestellt, trotzdem komme ich nicht umhin, Traumanic ein dickes “Like” zu verpassen. Wer sehr progressiv ausgerichteten Deathcore mit ultracoolen Djent-Einlagen hören möchte, sollte sich Traumanic definitiv gönnen und The Monistic im Auge behalten. Die Jungs haben nämlich Blut geleckt… :-D

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

Diesen Beitrag teilen

Share on facebook
Facebook
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on email
Email

Mehr Reviews

Aktuelle Beiträge

Nach oben