Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

Take Your Guilt – Empire Of Greed

Künstler:

Take Your Guilt

Herkunft:

Aachen, Deutschland

Bandmitglieder:

Henning (Gesang)
Nino (Gitarre)
Luca (Bassgitarre)
Joscha (Schlagzeug)

Link:

Album:

Empire Of Greed

Genre:

Hardcore

Erscheinungsdatum:

01.01.2024

Tracklist:

1. Unzufriedenheit
2. Penny And Dime
3. C.R.E.A.M.
4. Mein Blut kocht
5. Lies And Propaganda
6. Slap The Lights
7. Scars
8. Blood On My Hands

Wir hatten es ja in der vergangenen Woche über unsere Insta-Kanäle mitgeteilt: Aus Kapazitätsgründen können wir ab dem 15.01. keine Reviews mehr schreiben. Anfragen, die bis zu dem Stichtag bei uns eingegangen sind, sind davon natürlich ausgenommen. Eine davon stammt von Take Your Guilt. Die erreichte uns bereits am 05.01., und es hat tatsächlich bis heute gedauert, dass dieses Review online geht. Soviel zum Thema “Kapazitäten”…

Bereits vor über zehn Jahren wurde das „Projekt“ Take Your Guilt ins Leben gerufen. Von den damaligen Mitgliedern sind allerdings nur noch zwei übrig. Aus dem Projekt ist schon seit langem eine Band geworden, die drei EPs veröffentlicht (Ghost Of Ourselves, TYG und Trapped In A Lie) und jetzt mit Empire Of Greed ihr Full-Length Debütalbum an den Start gebracht hat. Das kommt allerdings auch eher mit der Spielzeit einer EP daher, nämlich mit knapp 22 Minuten. Aber Hardcore-Songs sind ja generell eher von der kürzeren Sorte. Das Recording haben die Jungs selbst übernommen und Mix und Master in die Hände von Martin Pietrowski (Living Space Productions) gelegt. Mit einem Feature kann das Album auch aufwarten, und zwar beim Song C.R.E.A.M., bei dem Fabio von Horizon Problem mit am Start war. Last but not least sei auch noch erwähnt, dass Justin Thielen das sehr coole Cover-Artwork entworfen hat. Eine Releaseshow hat das Quartett auch geplant, und zwar für den 03.02. Die Show findet im Café Bluff in Heerlen statt, und an dem Abend soll auch ein Video zu Slap The Lights gedreht werden.

Mit Hardcore bin ich zugegebenermaßen bislang nicht wirklich warm geworden, weil ich mit den recht simpel gestrickten Rhythmen und Grooves der Old School-Vertreter dieses Genres wenig bis nichts anfangen kann. Da können Take Your Guilt mich allerdings gleich mit dem ersten Track positiv überraschen. Denn simpel gestrickt kommt Unzufriedenheit definitiv nicht daher und wartet neben einigen Tempowechseln und mächtig Groove mit sehr coolen Riffs auf. Warum die Jungs in ihrer Bandinfo die Position von Henning mit „Gesang bzw. Gebrüll“ benannt haben, wird mir auch sehr schnell klar. 😃 Ein wenig mehr Hardcore-Attitüde (inklusive sehr gediegenem Breakdown) liefert Penny And Dime, während es mir bei C.R.E.A.M. fast schon so vorkommt, als ob die Jungs beim Songwriting schon im Kopf hatten, dass Fabio hier ein Feature kriegt. Der ist mit seiner Band Horizon Problem ja eher im Modern Metal / Progressive Metalcore unterwegs, und entfernt sich mit C.R.E.A.M. auch nicht allzu weit von seinen gewohnten Sphären.

Für mich wird’s danach dann noch interessanter, denn mit Mein Blut kocht treten Take Your Guilt zum ersten Mal das Gaspedal immer mal wieder was mehr durch, zeigen sich aber weiterhin sehr variabel in Tempo und Rhythmus. Und das sehr gediegene Riff werde ich wahrscheinlich nur mit Gewalt wieder aus meinen Gehörgängen rauskriegen. Apropos „Riff“, da ist Lies And Propaganda auch ganz vorn dabei und Nino wildert nicht nur da, sondern auch gleich im folgenden Slap The Lights fast schon im Thrash Metal. Drei Tracks mit ordentlich Tempo, sehr geil! 💪

Mit Scars kehren Take Your Guilt auf den musikalischen Pfad zurück, den sie mit den ersten drei Tracks beschritten hatten. Der Hardcore-Anteil nimmt zu, Beatdown-Passagen inklusive. „Beatdown“ ist auch das Stichwort für den letzten Song Blood On My Hands. Der kürzeste Track des Albums bringt es auf genau zwei Minuten, in denen die Jungs noch einmal alles in die Waagschale werfen.

Unser Fazit

Take Your Guilt spielen definitiv nicht den Hardcore, an den ich dachte, bevor ich das Album startete. Musikalisch ist das alles andere als simpel, und das Einzige, was relativ stringent daherkommt, ist der Gesang (bzw. das Gebrüll 😃) von Henning. Da hat mich das Quartett tatsächlich mit seiner ganz eigenen Auslegung von Hardcore mehr als positiv überrascht, und ich bin auch sehr auf das Video gespannt, das bei der Releaseshow entsteht. Meine drei Favoriten haben jedenfalls ihren Weg in meine Playliste gefunden.

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

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Jetzt meldet sich das Quartett mit neuem Material zurück und hat am 16.02. die Single "Give It To Me" veröffentlicht.
Mit ungefähr 26 Minuten, wartet To Those Who Tremble auf, und Aglasio zeigen im ungefähr dreißigsekündigen instrumentalen Intro noch nicht ansatzweise, was für eine progressive Schönheit sie da erschaffen haben.
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