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Lesedauer ca. 2 min.

Red Veil – Origin (EP)

Künstler:

Red Veil

Herkunft:

Offenbach, Deutschland

Bandmitglieder:

Valeska Kornmann (Gesang)
Marius Fiebig (Gitarre)
Julian Hirschmüller (Gitarre)
Julian Degan (Bassgitarre)
Willy Karl (Schlagzeug)

Link:

Album:

Origin (EP)

Genre:

Alternative Metal, Progressive Metal, Modern Metal, Djent

Erscheinungsdatum:

05.08.2022

Tracklist:

1. Origin
2. Why
3. Cataclysm
4. The Stain (feat. Corbian)

Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich schon mal in einem meiner Reviews geschrieben, wie unterschiedlich doch die Bandvorstellungen sind, die bei uns so auflaufen. Manche machen gar nicht viele Worte, da müssen wir dann auch mal nachfragen, manche liefern zumindest gleich die Infos, die wir brauchen. Und dann gibt es da diese Bands, deren Vorstellungen so charmant und unterhaltsam geschrieben sind, dass ich sie immer wieder gern lese. Zu letzteren Bands gehört auf jeden Fall Red Veil, die mich sowohl mit ihrer Mail als auch dem beigefügten Promo-Reader sehr beeindruckt haben. Aus Offenbach stammt das Quintett, das im Jahr 2019 seine Debütsingle Stupid One veröffentlichte. Dann gab’s einige Besetzungswechsel, bevor Red Veil (zu dem Zeitpunkt noch als Quartett) mit den Arbeiten an Origin begannen. In diesem Jahr stieß noch Julian Hirschmüller als zweiter Gitarrist zur Band.

Beim ersten Track Origin fallen mir zunächst mal die coolen Backingtracks auf, die das Klangerlebnis fast auf Breitwandsound beamen. Im Downtempo kommt der Titeltrack der EP daher, und ich bin schockverliebt in den tollen Gesang von Valeska. Dass ihre Stimme in dem Klangkosmos, den die vier Jungs in Origin aufbauen, nicht untergeht, verdanken wir sicherlich nicht zuletzt einem hervorragenden Mix und Mastering. Der in der Bandvorstellung von Red Veil erwähnte “leicht proggige Einschlag” tritt noch nicht allzu sehr in den Vordergrund, aber die Riffs sind schon mal sehr geil. Im Gegensatz zu Origin kommt Why fast schon puristisch und mit einem leicht jazzigen Einschlag aus den Startlöchern. Es scheint fast so, als ob man hier bei Red Veil noch unschlüssig war, was man aus dem Song machen könnte, denn er mäandert in der ersten Hälfte ein wenig vor sich hin, bevor Red Veil dann aber die Prog-, oder sollte ich besser sagen die Djent-Keule auspacken. Da muss ich unwillkürlich an die alten Werke von Uneven Structure denken. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Red Veil beim folgenden Cataclysm. Das mag ein wenig langweilig klingen, aber auch dieser Song ist für sich gesehen ein großartiges Stück Alternative bzw. Progressive Metal, das sich hinter ähnlichen Werken der etablierten Bands definitiv nicht verstecken muss. Auch hier geht’s im letzten Drittel stark in Richtung Djent.

Die Songs werden nach und nach länger, und mit dem längsten Song, The Stain, schließt die EP leider schon. Hier können Red Veil auch gleich mit einem Feature aufwarten, denn neben Valeska steht Corbian am Mikrofon, der großartige Shouts abliefert. Ein Schelm, wer dabei an “Die Schöne und das Biest” denkt. 😀 Passend dazu legen Red Veil auch gleich mal mit einem ordentlichen Djent-Riff los, und lassen dann auch mal die Bassgitarre aus ihrem Schattendasein treten. Bei dem Rhythmus, den die Instrumentenfraktion vorgibt muss ich wieder mal an Uneven Structure, und besonders ihr Meisterwerk Frost/Hail aus dem Jahr 2013, denken. Damit haben Red Veil mich dann komplett um den kleinen Finger gewickelt und ich hänge (nicht nur deswegen) mit den Ohren fast in den Boxen. Großartig auch, wie präzise eine Gitarre teilweise in die Shouts von Corbian einsteigt, und so fast ein Duett entsteht. Nicht nur fast, sondern tatsächlich gibt’s dann auch ein Duett von Valeska und Corbian, und ich hoffe wirklich auf eine Wiederholung in mindestens einem der zukünftigen Songs! Abgesehen von einem ruhigen Interlude kurz vor Schluss ist The Stain also nicht nur der längste, sondern auch der “härteste” Track der EP.

Unser Fazit

Auch wenn, wie im Review geschrieben, die Songs “Why” und “Cataclysm” auf ähnlichen musikalischen Pfaden wandeln, haben Red Veil mit ihrer Debüt-EP definitiv gleich mal ein fettes Ausrufungszeichen gesetzt. Da passt alles. Das geht beim Schreiben dieser geilen Songs los, geht über den tollen Gesang von Valeska und das wunderbare Spiel der Instrumentenfraktion bis hin zum bereits erwähnten Mix und Mastering, die dann klanglich das Maximum aus diesen vier Songs rausholt. Höchstnote gibt’s nur deswegen nicht, damit die fünf sich auch weiterhin anstrengen. :-D Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie’s weitergeht und hoffe, dass ich Red Veil irgendwann auch mal live erleben kann.

Unsere Wertung

9.5 von 10.0

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