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Lesedauer ca. 2 min.

Northern Era – Phase One (EP)

Künstler:

Northern Era

Herkunft:

Hamburg, Deutschland

Bandmitglieder:

Jennifer Sicka (Clean Vocals)
Peer Straßburg (Harsh Vocals)
Dennis Schauermann (Leadgitarre)
Omid Mashregh-Zamini (Rhythmusgitarre)
Paul Gütschow (Bassgitarre)
Bernhard Schröcker (Schlagzeug)

Link:

Album:

Phase One (EP)

Genre:

Modern Metalcore, Modern Metal, Alternative Metal

Erscheinungsdatum:

03.12.2021

Tracklist:

1. Leviathan
2. Infection
3. Neverland
4. The Ballad
5. Tempest
6. Dominion

Auf Facebook gab’s den ersten Post von Northern Era im September 2021, aber da hatten die sechs schon eine gute Wegstrecke hinter sich gebracht. Der erste Sprössling steckte nämlich bereits Ende des Jahres 2019 seine Blätter aus der Erde. Gegründet wurde Northern Era dann schließlich Anfang 2020 als Quintett, und nachdem noch Omid dazustieß, war die jetzige Besetzung komplett. So ging’s dann an die Aufnahmen zur Debüt-EP Phase One, die größtenteils in bester DIY-Manier produziert und schließlich im Dezember 2021 veröffentlicht wurde.

Zur ersten Single, dem Song Leviathian, hatten Northern Era ein sehr cooles Video veröffentlicht. Damit visualisieren sie die leicht bedrohliche Stimmung, die der Song mir insbesondere zu Beginn durch das Spiel der Leadgitarre vermittelt, richtig gut. Richtig gut gefällt mir auch der Gesang. Vor allem Clean Vocals sind ja bei einigen Bands (vor allem live) die Achillesferse, aber da sind Northern Era mit Jennifer sehr gut aufgestellt. Peer zeigt in seinen Harsh Vocals, dass man die nicht nur eintönig halten, sondern durchaus auch variieren kann. Daumen hoch schon mal dafür! Dass die beiden ein technisch sehr versiertes Quartett hinter sich haben, war eigentlich nicht anders zu erwarten. 😀

Nach dem eher im Midtempo gehaltenen Start geht’s mit Infection gleich mal mindestens eine Geschwindigkeitsstufe höher. Ich, als Schlagzeugfan, freue mich wie Bolle, dass Bernhard auch mal ins Rampenlicht gestellt wird. Bei dem Part hätte ich ihm während der Aufnahmen gern mal zugesehen, wie er seine Toms nacheinander bearbeitet. Aber vielleicht wird’s ja live irgendwann mal was. Bei Neverland überraschen mich Northern Era mit einem leicht jazzig angehauchten Gitarrenintro, aber Jazz findet natürlich auf Phase One nicht statt. Dafür geht’s jetzt wieder in Richtung Modern Metalcore, wobei ich die Parts von Jennifer hier ein wenig zu “seicht” finde. Aber kreativ sind Northern Era. Der Wucht, mit der der Song auftritt, setzen sie nämlich ein schönes Spiel der Leadgitarre entgegen.

Dass Northern Era mit dem Songtitel The Ballad eine vollkommen falsche Fährte legen, hatte ich mir irgendwie gedacht. Und so muss ich dann auch grinsen, als sich der Track als der härteste der gesamten EP entpuppt. WAS ein Gitarrenspiel! Und ein growlender, shoutender und screamender Peer in Topform. Der steht hier allein am Mikro und führt mit seinen Growls zu einem ultrafiesen Breakdown, mit dem der Song dann auch endet. Auch Tempest kommt im Uptempo daher und ist vielleicht einer der progressivste Song der EP.

Mit dem kürzesten Song haben Northern Era die EP gestartet, zum Schluss gibt’s den längsten Song. Sehr cool, den Song im Grunde mit dem Chorus zu starten und dann erstmal ordentlich Gas zu geben. Leider fahren Northern Era aber die Härte nach ungefähr einer halben Minute deutlich runter. Der dialogartige Gesang von Jennifer und Peer macht aber eindeutig was her, und auch die Instrumentenfraktion zeigt noch einmal, dass sie aus dem Anfängerstadium schon ziemlich lange raus ist.

Unser Fazit

Mit “Leviathan” als erste Single haben Northern Era schon eine gute Wahl getroffen. Der kommt zwar nicht so progressiv daher, wie manche anderen Songs auf “Phase One”, aber man kann schon mal hören, wie Northern Era den Metalcore für sich definieren. Das ist schon eine sehr moderne Ausrichtung, die eher in Richtung Alternative Metal geht, und mit der ich tatsächlich nicht gerechnet hatte. Umso positiver bin ich überrascht und freue mich, dass es noch Bands gibt, die nicht in die bereits sehr tiefe Kerbe des Metalcore reinhauen, sondern ihn mit Elementen des Alternative Metal ordentlich aufpeppen. Wer gern Alternative Metal hört und auch nichts gegen Growls und Shouts hat, darf hier auch gern mal reinhören.

Unsere Wertung

8.0 von 10.0

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