Autor:
Lesedauer ca. 3 min.

Imparity – Tales Of Rust And Bones

Künstler:

Imparity

Herkunft:

Bochum, Deutschland

Bandmitglieder:

Eva Paschen (Gesang)
Markus Hollenhorst (Gitarre)
Gregor Thiel (Bassgitarre)
Stefan Wolfsbrunn (Schlagzeug)

Link:

Album:

Tales Of Rust And Bones

Genre:

Doom Metal, Gothic Doom

Erscheinungsdatum:

17.11.2023

Tracklist:

1. Hermetic Seal Of Light
2. Rust And Debris
3. Watch The World Go By
4. The Truth Of Bones
5. Missing Number
6. Third From The Sun

Im Jahr 2016 wurde die Band Imparity gegründet. Von der ursprünglichen Besetzung sind allerdings nur noch Eva und Stefan übriggeblieben. Ich hatte sie im Januar 2019 noch mit der Saitenfraktion Stephen und Marc live erlebt, die beiden haben allerdings im Sommer 2020 die Band verlassen. In der alten Besetzung haben sie wohl ihre Debüt-EP Watch The World Go By eingespielt, in der aktuellen Besetzung sind Imparity auch schon auf der Split Dying Dreams mit Les Memoires Fall zu hören, die im September 2021 erschien. Jetzt steht die Veröffentlichung des Debütalbums Tales Of Rust And Bones an, das mit seinen sechs Songs auf eine Spielzeit ungefähr 47 Minuten kommt. Da kann man auch ohne Taschenrechner schnell drauf kommen, dass hier keine Songs in radiotauglicher Länge zu hören sind. Zwei der Songs kommen auf über acht Minuten, einer knackt sogar die Zehn-Minuten-Marke.

Es gibt wenige Metalgenres, die ich nicht höre. Dazu gehören Grindcore und auch Doom. Aber natürlich wird auch dieses Album von Anfang bis Ende durchgehört, und zumindest ist es ja kein Funeral Doom. 😀 Gleich mit dem ersten Track Hermetic Seal Of Light können Imparity dann auch tatsächlich dafür sorgen, dass ich die Ohren doch etwas weiter aufsperre. Sehr coole Riffs von Markus, mit denen er fast in so eine Art Dialog mit Eva eintritt, lockern das Ganze doch erfreulich auf. Ihr Gesang in verschiedenen Tonlagen gefällt mir. Auch im folgenden Rust And Debris ist es Markus, der sich mit seinem sehr gediegenen Solo einen Platz im Scheinwerferlicht sichern kann. Bei dem Song fällt mir auch die extrem gute Zusammenarbeit von Gregor und Stefan auf. Dass man das so differenziert raushören kann, liegt sicherlich auch an Markus Skroch (Kalthallen Studios), der beim Mix und Mastering eine erstklassige Arbeit abgeliefert hat.

Gregor ist es auch, der im langen instrumentalen Intro von The Truth Of Bones seinen Platz in der hinteren Ecke der Bühne verlassen darf. Bei den großartigen Riffs steht eindeutig mal der Bass im Mittelpunkt. Fast schon perplex bin ich dann allerdings, als Eva in den Strophen mal nicht ihre hohe Gesangsstimme erklingen lässt, sondern die Lyrics mit einer rauen Stimme raushaut, die jeder Black Metal-Band zur Ehre gereichen würde. Damit erinnert sich mich durchaus ein wenig an Nova von Convictive. Da haben Imparity bei der Auswahl der ersten Single definitiv alles richtig gemacht, mein Favorit ist dieser Song auf jeden Fall.

Ich bin ja an dieser Stelle schon wesentlich positiver dem Doom Metal gegenüber eingestellt. Und Imparity tun auch weiterhin alles, dass das so bleibt. Dem längsten Song des Albums hatte ich ja zugegebenermaßen mit besonders zwiespältigen Gefühlen entgegengesehen, aber auch Missing Number schlängelt sich problemlos durch meine Gehörgänge. Auch hier wieder der immer mal wieder eingestreute raue Gesang von Eva, geile Riffs und eine auf den Punkt (zusammen)spielende Rhythmusfraktion. Ob das sehr coole Solo dann von einer tiefer gestimmten Gitarre oder doch vom Bass kommt, kann ich allerdings nicht heraushören, wobei ich die Gitarre favorisiere. Die zehn Minuten sind jedenfalls genauso rasant verflogen, wie auch die anderen Tracks.

Third From The Sun dürfte die Erde meinen, denn die ist von der Sonne aus gesehen der dritte Planet in unserem Sonnensystem. Den Song würde ich schon gar nicht mehr als Doom Metal sondern eher als Alternative/Gothic Metal im Downtempo bezeichnen. Mag auch daran liegen, dass das Original von der amerikanischen Band Chrome stammt. In den 80ern hatten schon Prong diesen Song gecovert, jetzt also die Version von Imparity.  

Auf der Bandcamp-Seite von Imparity kann man sich das Album sowohl in digitaler Form als auch als CD und in einer sehr schicken rot marmorierten Vinyl-Edition sowie auch das passende Shirt zulegen. Die ist auf 100 Stück limitiert und voraussichtlich ab Mitte Dezember verfügbar. Auch über den Store von Schattenpfade kann man seine Bestellung für CD, Vinyl und Shirt aufgeben.

Unser Fazit

Dem ersten Hördurchlauf sind noch weitere gefolgt, als das Review schon längst fertig geschrieben war. Mit „Tales Of Rust And Bones“ haben Imparity es nämlich tatsächlich geschafft, mir zu beweisen, dass Doom Metal gar nicht so eintönig ist, wie ich ihn im Hirn hatte. Ich werde jetzt sicherlich nicht zu einem Doom-Fan, werde aber auch nicht mehr so zögerlich sein, wenn ich irgendwo „Doom Metal“ lese. Fans des Genres können natürlich sowieso bedenkenlos zugreifen, denn da haben Imparity echt ein klasse Debütalbum vorgelegt. 🙌

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

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