Heike

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Helidus ist mit neuer Single “Geschichten” am Start

Musik macht der Österreicher Helidus seit der Zeit, als sich der Grunge auf der Welt verbreitete wie ein Lauffeuer. Dabei hat er sich in vielen Genres ausprobiert, von LatinJazzStandards bis Metal war fast alles dabei. Auch gereist ist er viel und oft, und hat sich dabei immer einen offenen Blick für die verschiedenen Nationalitäten und ihre ganz eigenen Mentalitäten bewahrt. Mit diesem offenen Blick stellte er aber irgendwann fest, und mit dieser Beobachtung ist er sicherlich nicht allein, dass sich die Gesellschaft, in der er lebt, in eine Richtung entwickelt, die eben nicht geprägt ist von offenem Blick und offenen Herzen. So hat er dann vor ungefähr vier Jahren begonnen, als Helidus das in Worte zu fassen, was seiner Meinung nach kritikwürdig ist und wie sein Gegenentwurf aussieht. Dabei geht es ihm um Gleichberechtigung und Frauenrechte genauso, wie um Nachhaltigkeit und die Lösung der Klimakatastrophe. Seine Songs sind laut und kritisch, die Texte direkt und auch manchmal hart, die Musik genreübergreifend. Die Punk-Attitüde mag er allerdings nicht ablegen.

Das merkt man auch dem neusten Song Geschichten an, zu dem Helidus ein ziemlich cooles Video gedreht hat. Es sieht fast aus, als ob er die Kamera/das Handy mit einem Selfiestick vor sich her trägt, während er in den Bergen Österreichs unterwegs ist. Leider verstehe ich den Chorus wegen dem ziemlich weit nach vorn gemischten Backgroundchor nicht so wirklich, aber “Geschichten überdauern die Zeit” ist jetzt nicht wirklich eine neue Erkenntnis. Es kommt halt immer drauf an, welche Teile der Geschichten erzählt werden und welche Perspektive der Erzähler hat. Als Beispiel führt Helidus selbst die Flüchtlingskrise aus dem Jahr 2015 an. Zunächst einmal zeigten allen Medien nur Bilder von großen Menschenmengen, die aus ihren Heimatländern geflohen waren und nun in Europa eintrafen. Das schürte doch in Teilen der Bevölkerung gewisse Ängste. Dann gibt es da aber auch die Geschichten von Ländern wie Österreich und Deutschland, die viele dieser Flüchtlinge aufgenommen haben, und in denen es mittlerweile auch schon viele Beispiele für eine gelungene Integration gibt. Das wird in dem noch nicht einmal zweieinhalb Minuten langen Song nicht explizit erwähnt, kann man aber im Hinterkopf behalten, wenn man sich Geschichten anhört.

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