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Lesedauer ca. 2 min.

Helgrindur – Helgrindur

Künstler:

Helgrindur

Herkunft:

Solingen, Deutschland

Bandmitglieder:

Beast (Gesang)
Flemming (Gitarre)
Gianni (Gitarre)
Lars (Bassgitarre)
Alex (Schlagzeug)

Link:

Album:

Helgrindur

Genre:

Pagan Metal

Erscheinungsdatum:

20.10.2023

Tracklist:

1. Intro
2. An der Mühle
3. Fernweh
4. Erinnerung
5. Das Mädchen am Teich
6. Golem
7. Herr des Waldes
8. Helgrindur
9. Bergisches Land feat - Obscurity
10. Lebenslicht
11. Zur Ewigkeit feat - Wolfchant

Die Infos zum Gründungsjahr von Helgrindur driften ein wenig auseinander. In den Metal Archives steht 2009, im Bandprofil auf BackstagePro ist 2010 genannt. Damals hieß Helgrindur noch Samhain. Das Debütalbum Von Einst aus März 2017 wurde aber bereits unter Helgrindur veröffentlicht, wobei die Männer von der Produktion über Mix und Mastering bis zum Vertrieb alles in Eigenregie durchgezogen haben. Im Juni dieses Jahres waren die Arbeiten am selbstbetitelten Nachfolger abgeschlossen. Außerdem konnte das Quintett verkünden, dass ein Vertrag mit MDD Records unterzeichnet wurde. Ich hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres die Gelegenheit, Helgrindur live zu erleben. Während ihrer Show beim Laut & Hart in Solingen hatten sie auch bereits einige der Songs vom Album präsentiert und durften sich in der Cobra über begeisterte Reaktionen freuen. Jetzt kann man sich den mit Death- und Black Metal-Einflüssen durchsetzten Pagan Metal also auch zu Hause auf die Ohren geben, Helgrindur wird am 20.10. via MDD Records veröffentlicht.

Fast klingt es im Intro, als ob man das Knarzen des Gebälks der alten Mühle hört, die im ersten Song An der Mühle niedergebrannt werden soll. Und nicht nur hier hört man die Liebe zum Detail, die sich durch die zehn Songs zieht. Seien es die schönen Gitarrenlinien, die den Songs manchmal gar einen Folk Metal-Anstrich verleihen (Fernweh), aber auch mal Black Metal-Riffs rausschleudern (Das Mädchen am Teich, Helgrindur). Oder die Texte, die zwar wie Geschichten aus vergangenen Tagen klingen, aber auch problemlos im hier und jetzt verortet werden können. Und auch das Albumcover, auf dem symbolisch der Torwächter zu sehen ist, der verdammte Seelen durch das Reich der Hel geleitet und die Kreatur der Finsternis in Schach hält, zeigt mit feiner Feder gezeichnete Details, die entdeckt werden wollen. Sind die dunklen Fichten im Hintergrund vielleicht die, die man auch im Bergischen Land findet?

Apropos Bergisches Land: Nicht nur Helgrindur kommen von dort, sondern auch Obscurity, wobei es letztere schon wesentlich länger, nämlich seit dem Jahr 1997 (!!) gibt. Aber nicht nur diese Gemeinsamkeit haben die beiden Bands. Zwei der Mitglieder von Helgrindur finden sich auch im Line-Up von Obscurity. Und da lag es dann ja fast schon nahe, sich zusammenzutun und mit Bergisches Land eine Hymne auf die Gegend und vor allem auch auf die Menschen, die dort leben, zu singen. Das ist aber nicht das einzige Feature, mit dem das Album Helgrindur aufwartet, denn für den letzten Song haben sich Helgrindur mit dem bayerischen Quintett Wolfchant zusammengetan. So wartet Zur Ewigkeit dann mit zwei stimmgewaltigen Sängern auf und beendet das Album mit symphonischen Klängen.

Unser Fazit

Helgrindur verstehen es, Musik und Texte sehr gekonnt aufeinander abzustimmen. Mich erinnert es manchmal tatsächlich an eine Art Hörbuch, wo es der Erzähler nur mit seiner Stimme schafft, Bilder im Kopf zu erzeugen. Hier ist es nicht nur der Gesang von Beast, sondern auch die Melodien der Songs, die in mir das Fernweh wecken, Erinnerungen zurückbringen oder mich an meine Heimatverbundenheit denken lassen.

Unsere Wertung

8.0 von 10.0

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