Autor:
Lesedauer ca. 3 min.

Firephoenix – Firephoenix

Künstler:

Firephoenix

Herkunft:

Göppingen, Deutschland

Bandmitglieder:

André Grabner (Gesang und Rhythmusgitarre)
Nick Berger (Leadgitarre)
Kevin Beißwenger (Bassgitarre)
Luca Kubis (Schlagzeug)

Link:

Album:

Firephoenix

Genre:

Power Metal, Glam Metal, Heavy Metal

Erscheinungsdatum:

11.11.2022

Tracklist:

1. Firephoenix
2. Children Of Utopia
3. Pissing Against The Wind
4. Nobody's Puppet
5. Dirtbag Discoteque
6. Living The Dream
7. 7 Deadly Sins
8. Devil's Darling
9. Lost In Life
10. Boys Will Be Boys

Im Vorfeld zu diesem Review gab’s einen sehr unterhaltsamen Schriftwechsel mit Nick, der mir auch alle Dateien, die ich brauchte, zügig zur Verfügung gestellt hat. Auf meine Frage zur Bandgeschichte meinte er aber nur “wir haben uns halt getroffen und dann zusammen gespielt”. Und da unser IT-Crack im SYLB-Team, der guten Kontakt zu Firephoenix hat, das dann auch bestätigte, nehme ich das mal als gegeben hin. 😀 Seit ungefähr drei Jahren hält das Quartett die Fahne für den Power Metal hoch, und auch, wenn die Jungs noch ziemlich jugendlich erscheinen, sind sie definitiv nicht mehr grün hinter den musikalischen Ohren. Sie haben schon einige Erfahrung in anderen Bands sammeln können, z. B. bei Stormwitch, Palace oder Shred Attack. Die Erfahrung, verbunden mit einer ungeheuren Spielfreude, hört man dem Album, soviel sei schon mal verraten, auch an. Am 11.11. wird das Album Firephoenix erscheinen. Dann können Power Metal-/Glam Metal-Fans über die Spielzeit von ungefähr 47 Minuten ordentlich abgehen. Das kann man am gleichen Tag übrigens live auch im Kaminwerk Memmingen, wo Firephoenix als Support von Gravestone aufspielen und sicherlich auch das Albumrelease gebührend feiern werden.

Bereits Anfang Juli haben Firephoenix ihr Video zum Titeltrack des Albums veröffentlicht, und auch da komme ich sehr gern wieder auf unseren IT-Crack Zora zurück. Der hat das Video nämlich nicht nur gedreht, geschnitten und bearbeitet, sondern auch noch Regie geführt. Irgendwie war es leider nicht in unserem Redaktionsplan gelandet, aber das können wir ja jetzt erfreulicherweise nachholen. Denn es setzt perfekt die musikalische Vision von Firephoenix in bewegte Bilder um. Sehr geiler Power Metal mit allem, was das Fanherz sehr viel höherschlagen lässt und gleich mein erster Favorit. Großartige Arbeit der beiden Gitarristen (ich liebe diese Twin-Guitar-Einlagen!!), coole Riffs, tolle Soli, sehr tightes Schlagzeugspiel und einen Bass, der endlich mal nicht in irgendeinem Soundbrei verschwindet. Und mit André haben sie einen Sänger, der nicht nur die hier etwas höhere Stimmlage beherrscht, sondern sich sehr variabel präsentiert. Dass er für mich ein wenig wie ein jüngerer Bruder von Joacim Cans (Hammerfall) aussieht, passt da perfekt ins Bild. 😀

Auch beim folgenden Children Of Utopia, der zweite meiner Favoriten, präsentieren sich die Jungs sehr variabel. Hier schweigen dann auch mal für ein paar Sekunden die Gitarren und André wird nur von Bass und Schlagzeug begleitet. Sehr cool auch die Varianten des Chorus, mit denen der Song zum Ende geführt wird. Mein dritter Favorit kommt gleich danach, wobei ich beim Songtitel Pissing Against The Wind erstmal das Kopfkino schließen musste, sonst wäre ich wohl aus dem Lachen nicht rausgekommen. Hier treten die Jungs das Gaspedal noch ein wenig mehr durch. Aber gleich mit dem nächsten Track beweisen sie, dass sie nicht nur von German Metal beeinflussten Power Metal können, sondern auch gern mal in Richtung Glam Metal bzw. Heavy Metal ausscheren. Nobody’s Puppet ist der zweitlängste Song vom Album und kommt, genau wie der folgende Track Dirtbag Discoteque ein wenig langsamer daher. Hier darf André dann mal in etwas tieferer Stimmlage singen, und sich mit Leadgitarrist Nick auch weiter um das geilste Riff und das coolste Solo batteln.

Living The Dream startet mit einem tollen Drumming und lässt mein Herz auch mit den großartigen Twin-Guitars, die sich mit sehr variantenreichem Riffing austoben, höherschlagen. Apropos “austoben”, knapp über sieben Minuten lang ist 7 Deadly Sins, da kommen Gitarrenfans definitiv voll auf ihre Kosten. Sehr schön auch die ruhige Bridge, während der in einer Art Dialog die sieben Todsünden im wahrsten Sinne des Wortes “zur Sprache kommen”. Nach dem längsten kommt auch gleich der kürzeste Track. Auf noch nicht einmal drei Minuten bringt es Devil’s Darling, und allein der Text verortet den Song definitiv eher im Glam denn im Power Metal. 😀  Beim Songtitel Lost In Life hatte ich ja schon die “Quotenballade” befürchtet, aber nach Balladen steht den Jungs von Firephoenix der Sinn wohl eher nicht. Sehr cooler Mix aus Power Metal und Glam Metal. Auch mit dem letzten Song vom Album Boys Will Be Boys kehren Firephoenix leider nicht zu dem Power Metal zurück, mit dem sie das Album so furios eingeleitet haben. Aber Glam Metal-/Heavy Metal-Fans kommen auch hier noch einmal auf ihre Kosten.


Unser Fazit

Ich fand es einerseits schon irgendwie ein bisschen schade, dass die Jungs nach dem furiosen Start eher mit gebremstem Schaum fahren. Andererseits versprühen sie auch in den sich nicht direkt im Power Metal bewegenden Songs eine ungeheure Spielfreude und können vor allem mit einer schönen Eingängigkeit und ungeheuren Variabilität punkten. Spätestens nach dem ersten Chorus summe ich schon mit und bewundere vor allem die Arbeit der beiden Gitarristen, die sich die Riffs nur so um die Ohren zu ballern scheinen. Sehr unterhaltsam, dieses Album, und zwar über die gesamte Spielzeit.

Unsere Wertung

9.0 von 10.0

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