Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

Erikson mit Video zum Song “Memories”

Künstler:

Erikson

Herkunft:

Andernach, Deutschland

Bandmitglieder:

Pascal Schröer (Gesang und Gitarre)
Bastian Exenberger (Leadgitarre und Gesang)
Andreas Vogt (Bassgitarre)
Bastian Packmohr (Schlagzeug)

Link:

Album:

Genre:

Alternative Rock

Erscheinungsdatum:

05.08.2022

Tracklist:

Normalerweise achte ich eher selten wirklich auf Songtexte. Bei einigen meiner Lieblingsgenres, z. B. Black Metal oder Metalcore, verstehe ich auch zugegebenermaßen meistens gar nicht, was die Sängerinnen und Sänger da ins Mikro krächzen oder brüllen. Und da ich mir auf Bandcamp meistens die digitalen Alben zulege, habe ich auch kein Booklet, in dem ich mal nachlesen kann. Aber es gibt halt doch so einige Genres, oft abseits des Metal, wo es sich lohnt, hinzuhören.

Abseits des Metal spielen Erikson nicht, sie bleiben auch mit ihrem neuen Song Memories irgendwo zwischen Foo Fighters und Linkin Park. Aber wie schon bei der letzten Veröffentlichung Lucifer lohnt es sich auch bei Memories, hinzuhören, was Pascal da überwiegend im rappenden Sprechgesang von sich gibt. Nur vom Zuhören kommt man aber vielleicht trotzdem nicht drauf, worum es in Memories geht. Und da ist es sehr hilfreich, dass Erikson die Erklärung unters Video gepackt haben. In jungen Jahren mag man es vielleicht noch nicht so sehen, aber Zeit ist wirklich etwas sehr Kostbares. Wie schnell kann ein Leben vorbei sein, sei es durch Krankheit, einen Unfall, oder was auch immer, das habe ich auch in meinem Umfeld leider schon sehr oft mitbekommen. Und wenn man dann doch viel zu schnell älter wird, droht die nächste Krankheit, nämlich Alzheimer. Und so erzählen Erikson in Memories die Geschichte eines alten Herrn, der an eben dieser schrecklichen Krankheit leidet. Erinnerungen sind also nicht das einzige Thema des Songs, sondern auch verschwindende Erinnerungen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der alte Herr auf dem Sterbebett liegt und seine nächsten Verwandten nicht mehr erkennt. Aber er erinnert sich an seine alten Freunde und Weggefährten und weiß, dass er sie “auf der anderen Seite” wiedersehen wird.

Musikalisch ist das eigentlich ziemlich ungewöhnlich verpackt, denn bei dem Thema könnte man sich wohl eher eine (Power) Ballade vorstellen. Das sehr ruhige Intro würde dazu definitiv passen. Aber Erikson machen das wieder mal in der ihnen eigenen Art mit einem coolen Wechsel aus Sprechgesang und Rock. Pascal erinnert dabei stimmlich ein wenig an Mike Shinoda, der ja bei Linkin Park für die Rap-Parts zuständig war, nähert sich aber oft auch dem raueren Gesangsstil von Chester Bennington (R.I.P.) an. Erstaunt bin ich, in welchem Tempo er die Sätze raushaut. Wenn ich mal schneller sprechen muss, geht das meistens nicht gut aus. 😀 Sehr aufbrausend geht’s dann im Chorus zu, wenn der alte Herr, um den es in Memories geht, einfach nicht versteht, was um ihn herum passiert.

Nachdem das Video zu Lucifer komplett in rot gehalten war, kommt Memories in schwarz-weiß daher. Ich musste allerdings nach ungefähr der Hälfte des Videos weggucken, denn bei den sehr unruhigen Kamerabewegungen ist mir tatsächlich schwindelig geworden. Liegt wahrscheinlich am Alter. 😀

Zu hören ist Memories auf den diversen Streamingplattformen, und hier gibt’s das Video:

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Telegram
Email