Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

Dubinski – Dubinski

Künstler:

Dubinski

Herkunft:

Edinburgh, Schottland

Bandmitglieder:

Eugene (Gesang und Rhythmusgitarre)
Fergus (Leadgitarre)
Donal (Bassgitarre)
Eoin (Schlagzeug)

Link:

Album:

Dubinski

Genre:

Indierock

Erscheinungsdatum:

11.11.2022

Tracklist:

1. Soothsayer
2. Gotta Get Out Of This Place
3. Law Of Attraction
4. Bad Talking Sister
5. Song About Colour
6. Different Worlds
7. Shook The Blues Away
8. All Fired Up
9. Beyond Me
10. Hole In The Head
11. Body On The Tracks
12. Fall Right In The Grave
13. MTSB
14. There After Now

Die Geschichte der Band Dubinski startet eigentlich eher wie ein Märchen. Es waren einmal… Vier Brüder, die im ländlichen Schottland aufwachsen, und die neben den üblichen Reibereien unter Brüdern eins einte, nämlich die Suche nach einem mehr oder weniger sinnvollen Hobby. Einer fing an, Musik zu machen, und die drei anderen folgten nacheinander seinem Beispiel. Da war die Band schnell gegründet. Zunächst hatten sie nur Coversongs im Programm, die sie in der örtlichen Konzerthalle spielten. Aber das war ihnen nicht genug, und so schrieben sie eigene Songs. Irgendwann zog es sie nach Edinburgh, wo sie sich mit einigen widrigen Umständen arrangiert. Aber sie gaben nicht auf und wurden dann irgendwann eingeladen, bei Schottlands wichtigstem Forum für kreative Künste zu spielen, dem XPO North in Inverness. Dort wurden sie von den bekannten Produzenten Mike Horner (Yonaka, Franz Ferdinand, Hot Chip) und Robbie Nelson (Beck, Jarvis Cocker, Rolling Stones) entdeckt, die die Jungs sofort zu sich einluden. Der Rest der Geschichte wäre dann ziemlich zügig erzählt, aber widmen wir uns dem Resultat dieser denkwürdigen Einladung in die RAK Studios in London, nämlich dem Debütalbum Dubinski.

Nachdem bereits vier Singles veröffentlicht wurden, nämlich MTSB, Soothsayer, Beyond Me und Fall Right In The Grave, gibt’s jetzt weitere zehn Songs, die die 14 Stücke umfassende Trackliste des Debütalbums Dubinski auf eine Spielzeit von ungefähr 45 Minuten bringen. Veröffentlicht wird das Album über Gnu Roam und Kartel Music Group und wird Freunden des Indierock sicherlich in dieser immer dunkler werdenden Jahreszeit ein anheimelndes Licht in die Bude bringen.

Auch wenn es in der Infobox nirgends steht, arbeiten Dubinski in ihren Songs auch mit einigen elektronischen Elementen, die manchmal klingen, wie direkt aus den 60ern oder 70ern in die heutige Zeit katapultiert. Auch die Gitarren versprühen des Öfteren mal den Charme dieser Jahrzehnte, aber das heißt nicht, dass die Songs altbacken klingen. Ich muss trotzdem manchmal an Bands wie Maximo Park oder The Last Shadow Puppets denken, die in den 2010ern mit ihren Alben einigen Staub aufwirbelten und sich mit ihrer Musik zwischen New Wave, Garagerock, Britpop und Alternative Rock bewegten. Irgendwo zwischen diesen Genres finden sich auch Dubinski, die mit den 14 Songs auf jeden Fall eine große stilistische Bandbreite an den Tag legen und mit einer Leichtigkeit aufspielen, die wohl nur Bands zeigen, die nicht mit, sondern für die Musik leben.

Da auf einzelne Songs einzugehen, ist schwierig bis unmöglich. Aber gleich mit dem Songtitel selbst ist mir Gotta Get Out Of This Place aufgefallen. Das sangen die Animals bereits im Jahr 1965, und zumindest im Chorus nähern sich Dubinski den britischen Kollegen doch ein wenig an. Auch der ein wenig mit Blues Rock-Elementen spielende Track Bad Talking Sister lässt aufhorchen. In die Mitte des Albums haben Dubinski eine (Halb-)Ballade, nämlich Different Worlds, und eine Ballade, Shook The Blues Away, gepackt, kehren aber gleich mit dem folgenden All Fired Up zurück zum Midtempo Indierock, der das Album überwiegend prägt. Uptempo können die Jungs aber auch, wie sie mit dem bereits genannten Gotta Get Out Of This Place oder Beyond Me beweisen. Hole In The Head geht im Chorus fast schon ein wenig in Richtung Punk Rock, während die Jungs in Body On The Tracks die Gitarren auch mal eine Zeitlang aus der Hand legen und den Gesang stattdessen vom Piano begleiten lassen. Mein Favorit ist aber neben Fall Right In The Grave, der mich ein wenig an alte Muse-Glanzzeiten erinnert, tatsächlich der letzte Song There After Now. Nur Gitarre und Gesang, das Ganze ein wenig in Richtung Country-/Blues Rock gehend, das hätte gern was länger sein dürfen als nur die 1:44 Minuten.

Unser Fazit

Die Zeit, in der ich Indierock gehört habe, waren tatsächlich die 2010er. Damals gab es so viele richtig gute Bands, die auch ihren eigenen Stil hatten, und die man eigentlich gleich an den ersten Tönen schon erkannt hat. Mittlerweile habe ich diese Szene aber komplett aus den Augen verloren, und diese 45 Minuten waren für mich ganz persönlich zugegebenermaßen auch ziemlich zäh, weil es nicht mehr mein Genre ist. Aber bei aller Objektivität, die ich aufbringen kann, kann ich nur das wiederholen, was ich bereits im Review selbst schrieb: Dubinski zeigen auf ihrem Debütalbum, wie breitgefächert das Genre Indierock ist, und die Songs kommen, auch wenn sie manchmal nicht ganz einfache Themen behandeln, mit einer Leichtigkeit daher, die das Album für Fans des Genres sicherlich hörenswert machen.

Unsere Wertung

7.5 von 10.0

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