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Lesedauer ca. 3 min.

Damn!Escape – Devil’s Friend

Künstler:

Damn!Escape

Herkunft:

Lüneburg, Deutschland

Bandmitglieder:

Eddy (Gesang und Gitarre)
Henry (Gitarre)
Wolfi (Bassgitarre)
Triple D (Schlagzeug)

Link:

Album:

Devil's Friend

Genre:

Hard Rock

Erscheinungsdatum:

14.10.2022

Tracklist:

1. Flagship
2. Brother
3. Devil’s Friend
4. Bang Bang
5. Winner
6. Runaways
7. If I Had A Gun
8. Watch Me Rise
9. Fighting Dog
10. Hero
Bonustrack: Make Rock'n'Roll

Bei uns melden sich ja nach wie vor überwiegend Bands aus Nordrhein-Westfalen, aber die nächste Ausnahme (die hoffentlich auch mal zur Regel wird), klopft mit Damn!Escape an die Tür. Die kommen aus Niedersachsen und bringen seit dem Jahr 2018 die Lüneburger Heide zum Beben. Zwei EPs haben sie bereits veröffentlicht, nämlich Dark Night Begins im Jahr 2018 und Bad Treatment aus dem Jahr 2020. Jetzt haben sie am 14.10. mit ihrem Full-Length-Debütalbum Devil’s Friend nachgelegt. Zur Bandgeschichte selbst gibt’s in der Presseinfo weniger Informationen, aber trotzdem ein Kompliment von mir. Marketingtechnisch wurde bei diesem One-Pager von allen Beteiligten eine richtig gute Arbeit geleistet. Darf ja auch mal erwähnt werden. 🙂 Und auch bei den Vorarbeiten zum Album haben die Jungs auf einen Fachmann gesetzt. Die Aufnahmen fanden in den LSD Studios bei Lasse Lammert statt, der auch schon für Bands wie Alestorm, Gloryhammer oder Callejon gearbeitet hat.

Mit einem coolen Bass-Intro startet der Song Flagship und damit auch das Album. Und so, wie der Tee in meiner Tasse ein wenig Orangenduft ins Zimmer bringt, verbreitet der Song auch immer mal wieder einen Hauch von Blues Rock. Und als würde der Rhythmus nicht schon genug Energie verbreiten, hauen die Gangshouts im Chorus noch einen drauf. Auch das Video finde ich sehr cool, darum habe ich das auch ausgewählt, auch wenn ich zunächst das zum Titeltrack hatte. Beim Titel Brother denke ich ja zunächst mal an die positive Verbundenheit, das “brüderliche Gefühl”, aber wenn ich dann Eddy singen höre “You were like my brother… You drag me down”, geht’s hier wohl eher um das Gegenteil. Musikalisch klingt es im Chorus ein wenig nach dem Megahit von Joan Jett & The Blackhearts, da kommen positive Erinnerungen hoch. Beim Gesang von Eddy im balladesken Intro des Titeltracks muss ich ein wenig an Lady In Black von Uriah Heep denken, aber die Ballade kommt ja noch, und so legen Damn!Escape hier erstmal noch was an Tempo zu. Toller Song, der auch wieder mit sehr coolen Gangshouts aufwartet.

Viele Songs im Hard Rock behalten ja ihr Tempo durchgängig bei, das machen Damn!Escape anders. Davon zeugt die etwas schneller gehaltene Bridge in Bang Bang, in der es auch eins der vielen großartigen Gitarrensoli auf die Ohren gibt. Mit Winner verlassen wir dann auch mal kurz den Hard Rock, und auch wenn die Mitglieder von Damn!Escape nicht wirklich mit Wallemähnen daherkommen, steht ihnen auch der Glam Rock ziemlich gut. Und dann kommt mit Runaways die bereits angesprochene Ballade. Die kann mich tatsächlich packen, und selbst die mächtigen Background-Chöre legen sich nicht wie schwerer Zuckerguss über den großartigen Chorus, sondern verstärken die transportierten Emotionen um ein Vielfaches. Klasse gemacht!

Als ich sah, dass der längste Track des Albums, If I Had A Gun, eine Spielzeit von 6:10 Minuten hat, war ich ein wenig skeptisch, denn schon der zweitlängste Track Brother, der es “nur” auf 4:54 Minuten bringt, hätte meiner Meinung nach auch durchaus verkürzt werden können. Aber If I Had A Gun hätte tatsächlich auch noch länger sein können, und würde nicht langweilig. Dafür sorgen nach dem balladesken Beginn mit akustischen Gitarren und Klavier die mit Bedacht gesetzten Tempowechsel, der wieder mal sehr mächtige Background-Chor und das coole Gitarrensolo. Definitiv neben Flagship mein Favorit. Danach hätte es dann jeder Song sehr schwer zu bestehen, aber der folgende Watch Me Rise, es ist der kürzeste Song vom Album, macht sich die Mühe gar nicht. Damn!Escape kehren zurück zum puren Hard Rock und setzen hier 2:36 Minuten lang aufs Midtempo. Auch Fighting Dog ist so was wie “back to the roots”, der Hard Rock-Track legt allerdings noch mal Tempo vor. Song Nummer 10, Hero, setzt dann, zumindest für meine Ohren, nicht wirklich einen würdigen Schlusspunkt. Nach dem balladesken Intro scheint Damn!Escape irgendwie die Inspiration abhandengekommen zu sein, und so hängen sie diesen Midtempo-Track dann halt mal ans Ende. Der Bonustrack Make Rock’n’Roll ist nur exklusiv als Download mit der CD erhältlich, und lag mir nicht vor.

Unser Fazit

Normalerweise kann man ja bei Hard Rock-Bands öfters raushören, welche Bands da als Inspirationsquelle gedient haben mögen. Da würde ich mich aber bei Damn!Escape nicht festlegen wollen. Ein paar Große der 70er und 80er kommen mir da schon in den Sinn, aber verstaubt oder gar antiquiert klingen die Songs auf “Devil’s Friend” definitiv nicht sondern frisch und im Hier und Jetzt verortet. Und eine Band mit knapp 700 Facebook-Followern würde ich hinter diesen Songs auch nicht vermuten, denn was die Jungs da machen, klingt auf jeden Fall verdammt professionell. Das fängt schon beim Songwriting an, denn die vier schaffen es einerseits, immer eine gewisse Spannung zu halten, dabei aber nie den roten Faden zu verlieren, der sich locker durchs Album zieht. Hut ab!

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

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