Autor:
Lesedauer ca. 3 min.

Chris Maragoth – Gatherer Of Souls

Künstler:

Chris Maragoth

Herkunft:

Magdeburg, Deutschland

Bandmitglieder:

Chris Maragoth (Gesang und alle Instrumente)

Gastmusikerinnen / Gastmusiker:
Estelia (Gesang)
Cherry Summerfield (Gesang)
Per Lümbersson (Gesang)
Julia Dathe (Gesang)
RoT (Bassgitarre)
Paulina Faustova (Cello)

Link:

Album:

Gatherer Of Souls

Genre:

Melodic Metal, Gothic Metal, Symphonic Metal

Erscheinungsdatum:

24.11.2023

Tracklist:

1. Gatherer Of Souls
2. No Breath Left (feat. Estelia)
3. On The Brink Of Death (feat. Aeon of Awareness)
4. Remembrance (feat. Cherry Summerfield)
5. Lair Of The Undead
6. The Eternal Rest (Interlude)
7. Hoping For Salvation (feat. RoT)
8. Tales Of My Demise
9. Carnival Of Dreams (feat. Julia Dathe)
10. Left Behind (The Last Goodbye)

Im Jahr 2017 hat Chris Maragoth sein gleichnamiges Musikprojekt ins Leben gerufen. Und wie einige andere Solokünstler, über die wir in letzter Zeit berichtet haben (z. B. Steam Slicer, Fabian Smi) ist auch er von Anfang bis Ende allein verantwortlich. Er übernimmt also vom Songwriting über Arrangements und Produktion alles. Oft arbeitet er aber auch mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zusammen, und aus diesen Kollaborationen ist das Debütalbum Gatherer Of Souls entstanden. Das kann man sich bei den diversen Streamingdiensten anhören und auf verschiedenen Plattformen auch in unterschiedlichen Editionen zulegen. In den Songs hört man den Gesang der Sopranistin Estelia, sowie von Cherry Summerfield (Sängerin der Melodic Death Metal-Band July 15th) und Per Lümbersson von der Melodic Death Metal-Band Aeon of Awareness. Die Cello-Parts in allen Liedern hat Polina Faustova beigesteuert. Gemixt und gemastert wurde Gatherer Of Souls von Joker Tone (jokertone.de).

Im September und Oktober hatte Chris bereits die Songs On The Brink Of Death und Remembrance veröffentlicht. Außerdem sind auf Gatherer Of Souls die bereits 2019 und 2021 erschienenen Songs Hoping For Salvation und Tales Of My Demise in einer Remastered Edition enthalten. Und wenn wir schon bei den Fakten sind, wollen wir auch noch einen etwas längeren Blick auf das Cover werfen. Hierbei handelt es sich um ein digitales Ölgemälde, das vom Künstler Dorien Hammer gemalt wurde. Es zeigt den „Gatherer of Souls”, eine dämonische Entität, die die Seelen der Verstorbenen, beispielsweise auf Schlachtfeldern im Moment ihres Todes sammelt, um seine Macht zu steigern und sie in finsteren Ritualen zu verwenden.

Den Titeltrack hat Chris an den Anfang gestellt und nutzt den als instrumentales Intro. Streicherarrangements kann man ja auch generieren lassen bzw. am Keyboard erzeugen, hier sitzt aber Polina mit ihrem Cello und spielt ihre Parts ein. Mit No Breath Left folgt dann auch gleich der längste Song des Albums. Bei Soprangesang bin ich etwas zwiegespalten. Ich bewundere diejenigen, die ihn beherrschen, meine Gehörgänge verschließen sich aber sehr oft und vor allem dann, wenn der Gesang eher sirenenartig klingt. Da braucht man aber bei Estelia keine Bedenken haben, die verleiht mit ihrer Stimme den letzten Gedanken eines Sterbenden eine sehr schöne Intensität. Zum Instrumental On The Brink Of Death hatte Chris ein Video veröffentlicht, das den Songtitel perfekt ins (bewegte) Bild setzt. Sehr schön, wie der Song mit unterschiedlichen Tempi daherkommt, da kommt auch ohne Gesang keine Langeweile auf.

Beim Riff im Intro zu Remembrance muss ich ein wenig an Amon Amarth und auch In Flames denken, und der Weg ist auch gar nicht so ein Irrweg. Cherry darf nämlich in bester MDM-Manier ihre geilen Growls ins Mikro hauen. Clean Vocals beherrscht sie auch, und ich könnte fast denken, da stehen zwei Sängerinnen am Mikro. Und wieder einmal bemerke ich die tollen Gitarrenarrangements, die Chris den Songs angedeihen lässt. Der liefert hier nicht nur ein sehr schönes Solo, sondern lässt mein Herz auch bei dem schönen Twin Guitar-Spiel höherschlagen. Danach sind wir auch schon beim nächsten Instrumental, wobei ich mir bei dem Knurren des Seelensammlers, mit dem Lair Of The Undead startet, fast wie in einer Art Hörspiel vorkomme. Nach dem ebenfalls sehr ruhigen The Eternal Rest (Interlude) kommt mit Hoping For Salvation dann aber tatsächlich mal ein Uptempo-Track, bei dem Chris selbst singt und sich zur Unterstützung am Bass RoT mit ins Boot geholt hat.

Es sind ja auch immer mal wieder die Feinheiten, mit denen Songs ausgestattet sind. Das fällt mir beim nächsten Uptempo-Song Carnival Of Dreams auf, der mit einer Art Drehorgel-Spiel startet und endet, wie man sie aus dem Zirkus kennen mag. Hier hat Julia Dathe die Lyrics geschrieben und steht auch selbst am Mikrofon. Bemerkenswert ist der nahtlose Wechsel zwischen tollen Clean Vocals und Growls. Und dann sind wir mit Left Behind (The Last Goodbye) auch schon beim letzten Track angekommen. Wie man es bei dem Songtitel schon vermuten kann, wird hier ein balladeskes Gewand übergeworfen, und der Song wartet mit schönem Klavier- und Cellospiel auf. So schließt Chris hier also den Kreis und beendet Gatherer Of Souls so, wie er das Album begonnen hat.

Unser Fazit

Wenn ich in Pressetexten lese, dass auf dem Album mehrere Genres miteinander verbunden werden, bin ich zugegebenermaßen immer noch etwas skeptisch. Zu oft haben diese Aussagen für mich überhaupt nicht gepasst oder mich zumindest in eine falsche Richtung geführt. Aber Chris weiß natürlich, woran er sich beim Songwriting orientiert hat und liegt mit seiner Beschreibung „…10 Tracks, die die Genres Symphonic, Gothic und Melodic Death Metal nahtlos miteinander verbinden…“ richtig. Dabei ist es noch nicht mal so, dass eins dieser Genres besonders hervorsticht. Eher ergibt diese Mischung im Endresultat den von mir in den Genres erwähnten Melodic Metal, denn übermäßig hart wird’s auf „Gatherer Of Souls“ nicht. Und das tut dem Album sehr gut.

Unsere Wertung

8.0 von 10.0

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