Autor:
Lesedauer ca. 3 min.

Ash Of Ashes – Traces

Künstler:

Ash Of Ashes

Herkunft:

Nachrodt-Wiblingwerde, Deutschland

Bandmitglieder:

Skaldir (Gitarre, Keyboard, Bassgitarre und Gesang)
Morten (Gesang)

Link:

Album:

Traces

Genre:

Epic Metal

Erscheinungsdatum:

13.05.2022

Tracklist:

1. Beyond White Waters
2. Under The Midnight Sun
3. Into Eternity
4. The Eternal Traveller
5. Evermore
6. Vem Kan Segla Förutan Vind
7. A Lion Guards Our Names
8. Southbound
9. To Those Long Forgotten

Jedes Mal, wenn Adam von Schattenpfade mir ein Album empfiehlt, weiß ich schon vorher, dass das wieder eine Perle des Undergrounds ist. Andererseits wird mir auch bei jedem Album wieder bewusst, wie viele Bands, überwiegend aus dem Black Metal, es noch gibt, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Das ist auch hier wieder beides der Fall. Ich kannte bislang weder Ash Of Ashes, geschweige denn das Vorgängeralbum, noch irgendwelche der Gastmusikerinnen und Gastmusiker, die auf Traces zu hören sind. Andererseits denke ich mir, dass es doch hauptsächlich die Musik ist, um die es hier geht. Und dieses Album ist, soviel verrate ich schon mal, tatsächlich so großartig, dass es nicht genug promotet werden kann. Das fängt schon mit dem großartigen Cover an, das von Christopher Rakkestad stammt, und auf dem ich auch beim drölfzigsten Betrachten noch was Neues entdecke, und endet mit dem letzten Ton des neunten Songs To Those Long Forgotten. Bei drei Songs haben Ash Of Ashes mit Gastmusikerinnen und Gastmusikern gearbeitet, Sethras (Gitarre) und Stryx (Schlagzeug) haben alle Songs mit eingespielt.

Zu dem tollen Cover passt der Song, mit dem Traces startet. Das Instrumental Beyond White Waters ist im Vergleich zu den restlichen Songs relativ kurz und kratzt gerade mal an der Drei-Minuten-Marke. Das reicht aber auch aus, um einen Blick auf die sich weit öffnende Landschaft zu werfen, seine Gedanken zu ordnen und die Reise zu beginnen. Under The Midnight Sun nimmt dann aber sofort ordentlich Fahrt auf, und ich frage mich mal wieder, ob es eigentlich ein Genre “Epic Black Metal” gibt. Harscher Gesang in den Strophen, tolle Clean Vocals im Chorus, begleitet von sehr geilen Black Metal-artigen Riffs und Blastbeats gepaart mit Doublebass.

Der Song Into Eternity wurde Ende März als erster von drei Appetithappen gereicht. Er ist auch einer der Songs, bei denen Ash Of Ashes sich Unterstützung geholt haben. Da wäre zum einen Tabea Boden, die den schönen Klang ihrer Drehleier beisteuert, und Lars Jensen, der Into Eternity mit seinem tollen Klargesang veredelt. Zu diesem leicht folkig daherkommenden Midtempo-Track kann man tatsächlich auch ins Schunkeln geraten. Schönen Klargesang gibt’s auch bei der folgenden Ballade The Eternal Traveller. Das ist tatsächlich eine der wenigen Balladen, die ich mir (auch für dieses Review) gern mehrmals anhöre. Sehr schön, wie das Gitarrensolo die Melodie der Strophen weiterführt.

Evermore ist nicht der erste Song, bei dem ich an Borknagar und ihr großartiges Album Winter Thrice denken muss. Schöner Uptempo-Track, der nicht nur vom großartigen Klargesang lebt, sondern auch von den kurzen, ruhigen Interludes. Der folgende, wieder sehr ruhig gehaltene Song Vem Kan Segla Förutan Vind war die zweite Singleauskopplung, und auch hier gibt es einen Gastmusiker. Am Mikrofon steht Thomas Clifford, den Skaldir unter anderem auch deswegen ausgewählt hat, weil er der Meinung war, dass dieses populäre schwedische Kinderlied auch von einem Schweden gesungen werden sollte. Dass Skaldir und Thomas auch gemeinsam in der Death Metal-Band Abscession aktiv sind, hat die Kontaktaufnahme sicherlich erleichtert. 😀

Auch A Lion Guards Our Names fängt sehr ruhig an, kommt aber mit einigen Tempo- und Rhythmuswechseln daher, da verfalle ich fast automatisch in gepflegtes Kopfnicken. Überwiegend mit Klargesang ausgestattet, sinkt die Raumtemperatur bei der Black Metal-Passage mit harschem Gesang gefühlt gleich mal um einige Grade. Mit Southbound ist dann tatsächlich schon der vorletzte Track erreicht, und das ist nicht nur einer der längeren Tracks des Albums, sondern auch mein Favorit. Von der Bassdrum gnadenlos vorwärtsgetrieben, scheinen die Gitarren die Zügel kontinuierlich anzuziehen. Und wieder diese tolle Wechsel zwischen harschem Gesang und Clean Vocals.

To Those Long Forgotten war die dritte und letzte Single, die vorab ausgekoppelt wurde. Dazu gibt es auf der Facebook-Seite von Ash Of Ashes gleich zwei Posts. Eigentlich sollte nämlich Evermore die dritte Single sein. Da aber To Those Long Forgotten beschreibt, wie eine Mutter und ein Vater den Verlust ihres Sohnes betrauern, der in den Krieg gezogen war, entschied man sich eingedenk des schrecklichen Kriegs in der Ukraine, diesen Song zu veröffentlichen. Zu diesem Song haben gleich drei Gastmusiker/innen beigetragen. Da ist zum einen Rúnahild, die mit ihrer Hardangerfiedel auch schon auf dem Vorgängeralbum zu hören ist und hier der Mutter die Stimme gibt. Christopher Rakkestad hat nicht nur das Albumcover gestaltet, sondern hier auch seinen Gesang beigesteuert. Und last but not least Sindre, der das großartige Gitarrensolo spielt. Wer da keine Gänsepelle kriegt…

Unser Fazit

Bei Epic Metal denke ich ja oft an episch lange Tracks, die ab und zu gern auch mal hätten was kürzer sein dürfen. Das kann man Ash Of Ashes definitiv nicht vorwerfen. Wer mit neun Songs auf ungefähr 40 Minuten Spielzeit kommt, hat definitiv die Hebel richtig gestellt. Und auch für genug Abwechslung ist gesorgt. Dafür sorgen neben den verschiedenen Tempi auch die regelmäßigen Wechsel zwischen harschem Gesang und Clean Vocals, wobei die beiden Gesangsstile genau richtig und sehr songdienlich eingesetzt sind. Skaldir hat zwar in einigen Interviews andere einflussgebende Bands genannt, aber (nicht nur) wer das von mir im Review erwähnte Album Winter Thrice von Borknagar mochte, sollte sich Traces definitiv auch anhören. Ich werde mir jetzt jedenfalls auch Ash Of Ashes’ Vorgängeralbum Down The White Waters gönnen.

Unsere Wertung

8.5 von 10.0

Diesen Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Telegram
Email

mehr Reviews

Jetzt meldet sich das Quartett mit neuem Material zurück und hat am 16.02. die Single "Give It To Me" veröffentlicht.
Mit ungefähr 26 Minuten, wartet To Those Who Tremble auf, und Aglasio zeigen im ungefähr dreißigsekündigen instrumentalen Intro noch nicht ansatzweise, was für eine progressive Schönheit sie da erschaffen haben.
Alle Inhalte geladen
Keine weiteren Inhalte verfügbar
Nach oben