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Lesedauer ca. 7 min.

Frühschoppen mit Live-Musik am 12.06.2022 im Krachgarten, Wesel

Eventname:

Frühschoppen mit Live-Musik

Künstler:

True Voodoo, The Senseless Souls

Ort:

Krachgarten, Wesel

Datum:

12.06.2022

Genre:

Rock, Crossover, Alternative Rock

Veranstalter:

Nachdem ich gestern auf verschiedensten Autobahnen unterwegs war, um zur Core Explosion IV nach Düren zu gelangen (hier gibt’s unseren Bericht), geht es heute wieder mal in den Krachgarten nach Wesel. Dort ist wieder Frühschoppen mit Livemusik angesagt, und dieses Mal war SYLB sogar eingeladen, nämlich von der Band The Senseless Souls, die dort auf der Bühne stehen wird. Da ich aus Erfahrung weiß, dass wieder sehr viele “Sonntagsfahrer” unterwegs sein werden, mache ich mich frühzeitig auf den Weg.

Das Team vom Krachgarten kenne ich natürlich mittlerweile schon, ich bin ja im Grunde jeden Sonntag dort. Wer von den vielen jungen Leuten, die vor und auf der Bühne rumwuseln, zu wem gehört, durchschaue ich aber nicht sofort. Dann kommt aber gut gelaunt Hendrik, der Bassist von The Senseless Souls auf mich zu, der mich an meinem SYLB-Shirt erkannt hat und mich freundlich begrüßt. Und wie es im Krachgarten üblich ist, sitze ich auch nicht lange allein auf einer der Bierbänke. Dass ich dabei einige der Jungs dann auch The Senseless Souls zuordne, wird schnell von denen korrigiert. Heute sind nämlich ausnahmsweise mal zwei Bands am Start, und einige der Jungs gehören zu True Voodoo, die heute den Anfang machen.

The Senseless Souls hatten ihre Show für 13:00 Uhr angekündigt, aber da starten noch nicht einmal True Voodoo. Es wird noch ein wenig gewartet, damit möglichst viele Leute vor der Bühne stehen. Aber dann kann es endlich losgehen, und meine Gedanken, ob hier tatsächlich das “Nomen est omen” gilt, werden ziemlich schnell bestätigt. Über die Band im Netz irgendwas rauszufinden, ist schwierig bis unmöglich. Aus Emmerich kommen sie und haben sich dem Rock im Stile der großen 60er/70er Jahre-Bands wie Deep Purple oder Led Zeppelin verschrieben. So würde ich es kurzgefasst beschreiben, aber das trifft es tatsächlich nur annähernd. Ich hatte es schon direkt während der Show auf Insta gepostet, hier gibt’s (nicht nur) tonnenschwere Riffs und sehr gediegene Soli. True Voodoo sind sehr kurzfristig ins Line-Up gekommen, die Zusage gab’s erst vor einigen Tagen, aber trotzdem können sie eine ausgefeilte Setliste mitbringen, mit der sie es auf fast eine Stunde Spielzeit bringen. Wenn man die knapp 60 Minuten auf die 11 Songs verteilt, die sich auf der Setliste finden, kann man sich ungefähr ausrechnen, dass die Tracks nicht unbedingt eine radiotaugliche Länge haben. Dabei kommen die Songs auch mit sehr langen Instrumentalparts daher, während denen man den vier Jungs auch mal ganz genau auf die Finger schauen kann. Dabei stehen sie mit einer Lässigkeit auf der Bühne, bei der man denken könnte, das wäre für sie nichts Ungewöhnliches. Dass sie dabei trotzdem eine ungeheure Spielfreude an den Tag legen, lässt nicht nur mich vor der Bühne mit der Sonne um die Wette strahlen. So lassen dann auch nach einer knappen Stunde die “Zugabe”-Rufe nicht lange auf sich warten, und ihr Sänger/Basser kann mit einem Grinsen verkünden, dass man tatsächlich noch einen Song in Petto habe. Der heißt Floating, und so, wie auch dieser Song ziemlich relaxed vor sich hin fließt, muss ich an das Gefühl denken, wenn man sich im Meer auf den Rücken legt und einfach nur treiben lässt. So geht es dann auch sehr entspannt in die Umbaupause.

Die Musik von The Senseless Souls wurde mir vorher als ein Mix irgendwo zwischen Nirvana und Rage Against The Machine beschrieben, auf BackstagePro lese ich was von Judas Priest und Iron Maiden. So bin ich also sehr gespannt, was die im Jahr 2019 gegründete Band aus Borken jetzt liefert. Sie starten mit State Of Destruction, den Song findet man auch auf Spotify. Etwas holprig geht der Auftritt los, so ähnlich, wie eine riesige Dampflok, bei der beim Anfahren erst einmal die Räder durchdrehen. Aber der Zug nimmt langsam Fahrt auf, und die Jungs grooven sich ein. Da ich kein Oldschool Metal-Fan bin, höre ich weder Judas Priest noch Iron Maiden raus, aber so ein gewisser Grunge-Unterton klingt immer mal wieder durch. Der Bewegungsdrang der beiden Gitarristen hält sich in Grenzen, die müssen aber auch öfters mal eine der zu ihren Füßen aufgebauten Pedals bedienen. Bassist Hendrik, der ab und zu auch mal die zweite Stimme/den Backgroundgesang liefert, ist da etwas freier und dementsprechend auch gern mal auf der Bühne unterwegs. Einige Beinahe-Zusammenstöße mit Sänger Dan bleiben da nicht aus, aber es gibt keine Verletzten. 😀 Ich hatte es bereits vor der Show von The Senseless Souls bemerkt: heute kommen doch einige Familien mehr als sonst in den Krachgarten, und auf dem Gelände laufen einige Kinder herum und werden immer mal wieder von ihren Müttern oder auch Großmüttern “eingefangen”. Die teilweise quietschbunten Mickey Mäuse (Gehörschutze), mit denen die Kiddies ausgestattet sind, sorgen für viele bunte Farbtupfer. Bei einem der Kiddies handelt es sich um den Sohn von Sänger Dan. Der kommt dann, natürlich stilecht mit The Senseless Souls-Shirt ausgestattet, für einen Song auf die Bühne und darf seinen Papa beim Chorus unterstützen. Seine Begeisterung ist ihm dabei ins Gesicht geschrieben, und nach dem Song würde er die Bühne augenscheinlich am liebsten gar nicht verlassen. Da werden schon in ganz jungen Jahren die richtigen Weichen gestellt. 😀 Danke noch einmal, dass ich auch von dieser wunderbaren Szene ein Foto veröffentlichen darf! Auch die Songs von The Senseless Souls haben nicht unbedingt eine radiotaugliche Länge, aber irgendwann nähern wir uns dann doch dem Ende der Setliste. Und dann steigt Dan auf das Drumpodest, baut sich neben Schlagzeuger Marlon auf und erzählt, dass das heute dessen letzte Show mit The Senseless Souls ist. Aus privaten Gründen ist es Marlon in Zukunft nicht mehr möglich, sich so in die Band einzubringen, wie es nötig wäre, und so geht man in aller Freundschaft auseinander. Der letzte Song auf der heutigen Setliste ist dann auch der letzte The Senseless Souls-Song, bei dem Marlon hinter dem Drumkit sitzt. Nach der Show konnte ich noch kurz mit ihm quatschen und durfte dabei feststellen, dass er abseits der Bühne genauso relaxt ist, wie er es während der Show war. 😀

Nach diesen beiden sehr kurzweiligen Shows lassen es die meisten Gäste weiterhin sehr gemütlich angehen. Bei diesem schönen Wetter kann man es natürlich gut im Krachgarten aushalten. Dass es dort auch einen kleinen Pool gibt, war mir bislang tatsächlich nicht aufgefallen, heute tauchen einige der True Voodoo-Bandmitglieder mal kurz ins kühle Nass. Da ich heute noch bei einem Videodreh fotografieren darf, muss ich mich allerdings zügig auf den Weg machen. Dieses Mal bedauere ich es, dass ich nicht noch Zeit für Gespräche mit den Mitgliedern der beiden Bands habe. Aber das lässt sich ja bestimmt nachholen. 🙂

Die kompletten Fotostrecken gibt’s wieder auf meiner Seite https://heike-leppkes-konzertfotos.de

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