Mittlerweile gibt es die Band Bosparans Fall seit einem knappen Jahr. Sie selbst bezeichnen sich als Role Play Battle Metal Band, und wie ich es schon in meinem Review zur Debüt-EP Pantheon aus Juni 2022 schrieb, fällt mir da sofort die Aachener Band Horizis ein. Die haben gerade eine neue Single veröffentlicht, Bosparans Fall legen nach der Debüt-EP mit dem Album Götterspiel: Dunkle Zeiten nach. Das wird am 26.05. via Black Sunset / MDD veröffentlicht und kommt mit Intro + neun Songs auf ungefähr 41 Minuten Spielzeit. Drei von diesen Songs konnte man sich auf der Debüt-EP schon anhören. Angedacht ist es, mit den Full-Length-Alben eine Trilogie zu erschaffen, in der die Abenteuer von Alrik, Roandra und Xardas erzählt werden. Dabei kümmern sich Bosparans Fall nicht nur um das Musikalische, sondern sorgen mit verschiedenen Boards zur Story auch fürs Visuelle. Teile davon wurden mit der DSA-Community abgestimmt. Auch das Albumcover haben die Jungs selbst gestaltet.
Ich bleibe in diesem Review beim Musikalischen, wobei schon das Intro die Türen zum Kopfkino ganz weit aufstößt. Diese Geräuschkulisse könnte nämlich tatsächlich Teil des Soundtracks für ein filmisches Epos sein. Zu diesem Eindruck tragen auch symphonische Elemente bei, die die Songs teilweise einleiten, bevor dann der Melodic Death Metal das Zepter übernimmt. Den verschiedenen Handlungssträngen kann man dank der sehr gut verständlichen Growls von Jonas problemlos folgen, da rückt die Musik beim ersten Hördurchlauf bei mir tatsächlich auch mal in den Hintergrund. Aber das hole ich natürlich nach, so ein Album kann man sich problemlos mehrfach anhören, ohne, dass es langweilig wird.
Teilweise fast wie ein Hörspiel gestaltet (Praios, Schwarzmagier Xardas) können die fünf nämlich mit variantenreichem Melodic Death Metal punkten, der natürlich auch mal an Amon Amarth erinnert, oder, um bei den kleineren Bands zu bleiben, an die Viersener Band Battlesword. Das Hörvergnügen wird auch durch den tollen Mix/das tolle Mastering von Michael Kraxenberger (Sick Of Sound) sehr hoch gehalten. Glasklar und gleichzeitig druckvoll kommen die Songs aus den Kopfhörern. Die einzelnen Instrumente sind so gut zu hören, dass ich denken könnte, das Bandmitglied sitzt während des Spielens direkt neben mir.
Jetzt hat sich Helidus mit einem Thema beschäftigt, vor dem auch Fachleute – und solche, die sich selbst so nennen – immer mal wieder warnen: ein Blackout, der alles lahmlegt, woran wir uns schon lange gewöhnt haben. In Katastrophenfilmen kommt es dann eigentlich immer sofort zu Plünderungen und Anarchie. Aber es könnte ja auch anders ablaufen, ...