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Lesedauer ca. 4 min.

Schattenfest Vol. III am 06.04.2024 in der Rock-Kultur-Werkstatt, Viersen

Eventname:

Schattenfest Vol. III

Künstler:

Hellgrav, Warfield Within, Denomination, Resurrected, Denomination

Ort:

Rock-Kultur-Werkstatt (RKW), Viersen

Datum:

06.04.2024

Genre:

Death Metal, Brutal Death Metal

Veranstalter:

Schattenpfade Support Circle

Heute Abend ist es endlich soweit, das RKW in Viersen hat seine Türen für das Schattenfest Vol. III geöffnet. Das Wetter ist fast schon sommerlich, und so steht schon eine relativ große Gruppe vor dem Gebäude, als ich am Ort des Geschehens eintreffe. Da ich hier schon auf einige Bekannte treffe, ergeben sich gleich die ersten kurzweiligen Gespräche, die die Wartezeit bis zum Showbeginn verkürzen. Dass wir alle noch was länger warten müssen, bis es tatsächlich losgeht, wissen wir da natürlich alle noch nicht.

In dieser Location war ich schon seit langem nicht mehr, aber dass sich der Ort des Geschehens in der zweiten Etage befindet, weiß ich noch. Also nach einem kurzen Plausch mit Adam, der wie immer sehr entspannt ist, zum ersten Mal die Treppen hoch, um nachzuschauen, wie es drinnen aussieht. Hellgrav sind gerade beim Soundcheck, der aber nicht wirklich flüssig läuft, denn es gibt schon die ersten technischen Probleme. Aber egal, erstmal ein leckeres Kaltgetränk und wieder raus.

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung können die Männer von Hellgrav dann loslegen. Die Songs ihrer 2022er EP Rottomatic haben sie natürlich alle mitgebracht, können aber auch mit drei neueren Songs aufwarten. Das ist echt eine Show von 0 auf 100 in einer Sekunde! Da ballert der Death Metal von der Bühne und sorgt für exzessives Headbanging in allen Reihen. Und es passiert auch das, was ich an genau diesen Shows so liebe: Rufe aus dem Publikum nimmt Sänger Ralf gern auf und hat immer die passende Antwort bereit. Als er sich dann den Schweiß vom Gesicht wischt, ist das Kunstblut natürlich mit weg. Der laute Ruf: „Der Kerl blutet nicht mehr, wir brauchen einen Arzt“ sorgt dann bei allen für lautes Lachen. Tja, Death Metal ist nicht nur böse. 😀

Als nächste Band steht Warfield Within im Line-Up. Wenn ich sie auch noch nicht live erlebt habe, ahne ich, was jetzt kommt. Denn ihr „Alter Ego“ Panzerkrieg666 durfte ich ja beim ersten Schattenfest schon live erleben. Und Sänger Daniel kenne ich noch von seiner Band Phobiatic, die ich im Jahr 2017 in Krefeld live erlebt habe. Der ist tatsächlich die personifizierte Rampensau! Am 01.03.2024 haben die Männer ihre neue EP Pure Purge veröffentlicht, die wird allerdings in der Setliste tatsächlich nur mit dem Track Zeitgeist bedacht. Die anderen Songs stammen, bis auf einen Coversong, vom 2023er Album Beast Inside. Das ist aber wahrscheinlich nicht nur mir herzlich egal, denn wie Death Metal mitten auf die Zwölf geht, wissen die Männer.

Mittlerweile hat sich die Verspätung auf über eine halbe Stunde hochgeschaukelt, und mir schwant für Resurrected, die heute wieder als letzte Band dran sind, nichts Gutes. Aber erstmal sind Denomination dran.

Die Setliste von Denomination habe ich zuerst gar nicht als solche erkannt. Der A4-Zettel ist nämlich in ziemlich kleiner Schrift mit insgesamt 22 (!!) Zeilen beschriftet. So viele Songs wollen die Männer heute tatsächlich spielen, da machen sie nicht viele Worte, sondern legen direkt mit Willing Instruments Of Murder los. Sänger Olli macht sich mit seinem kabelgebundenen Mikro auch gern mal auf den Weg ins Publikum, da muss nicht nur ich aufpassen, welche verschlungenen Wege das Kabel sich sucht, damit wir nicht drauftreten. 😀 Neben den Songs aus dem Jahr 2021, wie Confessional Secret, Children Of Pain oder God Send haben die Männer 11 Tracks vom 2022er Album They Burn As One mitgebracht und schaffen es tatsächlich, ihre Spielzeit auf die Sekunde genau auszunutzen.

Mittlerweile ist es ungefähr 0:00 Uhr, und eigentlich hätten Resurrected schon ihre Show gespielt. Aber die fangen jetzt erst an und ich habe sofort die Bilder im Kopf, als die Männer ihre Setliste beim ersten Schattenfest kürzen mussten. Hier ist aber „Open End“ bzw. das Schattenfest darf hier in Viersen was länger gehen, als damals in Osterath. So dürfen wir also erfreulicherweise ein ungekürztes Set des Quartetts aus Duisburg erleben, bei dem sich die Männer überwiegend an Songs des 2017er Albums Resurrected bedienen. Mit Two Faces, One Fist geht es ganz weit zurück in die Bandgeschichte, nämlich bis zum Jahr 1999. Die Arbeiten am neuen Album laufen, und wie Sänger Christoph mit einem Grinsen erklärt, ist doch tatsächlich schon ein Song fertig. Der trägt den Titel Echoes Of Creation und hat natürlich auch seinen Platz auf der Setliste gefunden. Ich hatte ja tatsächlich vor Beginn dieser Show einen leichten Durchhänger, aber mit ihrem Brutal Death Metal haben die Männer mich doch nochmal wachgerüttelt. Und auch bei der letzten Band des Abends fällt es mir wieder auf, wie entspannt die Schlagzeuger dreinschauen, während sie ihre Blastbeats und Doublebase raushauen. Den Award für den entspanntesten Gesichtsausdruck kriegt allerdings definitiv Resurrecteds Dennis. 🥇

Dass Adam einen ausgezeichneten Musikgeschmack hat, habe ich ja immer wieder mal in meinen Reviews für Schattenpfade-Releases erwähnt. So hat er auch für das Schattenfest Vol. III wieder mal ein exquisites Bandpaket zusammengestellt, das das Herz jedes Death Metal-Fans höherschlagen lassen hat. Und ein Herz-Kreislauf-Training gab’s noch gratis obendrauf, wenn man wie ich des Öfteren zwischen dem Konzertraum, der Theke (in der 1. Etage) und den Toiletten (Erdgeschoss) hin- und hergependelt ist. 🏃‍♀️🏃‍♂️

Die kompletten Fotostrecken gibt es wie immer unter https://heike-leppkes-konzertfotos.de

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