Der umtriebige Russ Rankin dürfte so einigen Lesern als Frontmann von Good Riddance ein Begriff sein. Seit nun über 30 Jahren beschäftigt der Musiker die musikalische Landschaft, unter anderem auch Solo, wie mit dem neuen Werk Come Together Fall Apart. Im Übrigen das erste Soloalbum seit 9 Jahren. Wer die Karriere halbwegs verfolgt hat, wird schnell bemerken, dass das textliche sehr viele Missstände in der heutigen Gesellschaft aufgreift. Das Sprachrohr einer gesamten Generation im Punk und Hardcorebereich zeigt dabei, dass die Themen intensiv aufgegriffen werden.
All our lives fängt vielversprechend an. Die Reibeisenstimme prägt ganz klar die gesamte Songstruktur und hat einen leichten Folkeinfluss. Das geht gut ins Ohr. Der Song Babel entwickelt sich zu einer Country Rock Nummer, was sich ohne weiteres denen von Johnny Cash annähert. Die raue Stimme von Russ Rankin bleibt da schon intensiv im Ohr hängen. Etwas Stilbruch kommt bei Fractured Legacy. Ohne es abwertend zu meinen, könnte die Nummer vom Musikalischen her eine Rockballade der 80er Jahre sein. Aber es ist alles andere als eine Liebesschnulze.
Da ich nicht auf die Texte eingehen möchte, würde ich dem Hörer dazu raten, sich diese anzuhören, denn es lohnt sich wirklich sehr. Es ist politisch, ermahnend und greift, wie bereits oben erwähnt, viele soziale und mediale Missstände auf. Und darauf sollte jeder eine eigene Meinung aufbauen. Hier geht es aber um Musik.
Nahtlos in den bisherigen Stilen geht es weiter, wie auch bei True Believers. Leicht angezerrte Gitarren, Schlagzeugakzente und verschiedene Instrumentalisierungen, die das Ganze spannend machen. Kein reines akustisches Album, sondern mit vielen verschiedenen Noten. Auch bei den restlichen Songs wie z. B. Status of Kilkenny, Last Conservation oder Next Best Thing überwiegt der Singer/Songwriter-Charme.
Es gibt ja doch so einige Bands, die nicht in normalen Klamotten auf die Bühne kommen, sondern schon so eine Art "Band Identity" pflegen. Bei den großen Bands fallen mir da Behemoth oder Sabaton ein, aber auch in der Undergroundszene tun sich da speziell die Black Metal-Bands immer wieder mal hervor. Im Black Metal sind Hospital Revival zwar definitiv nicht unterwegs, aber auch sie belassen es nicht bei dem Bandnamen.