Autor:
Lesedauer ca. 2 min.

Gloria Adé – Vom Ende der Angst

Künstler:

Gloria Adé

Herkunft:

Saarbrücken, Deutschland

Bandmitglieder:

Damian Hemmer (Gesang und Gitarre)
Jonas Leis (Bassgitarre und Gesang)
Aaron Buss (Schlagzeug)

Link:

Album:

Vom Ende der Angst

Genre:

Indie Rock

Erscheinungsdatum:

17.11.2023

Tracklist:

1. Kein Sterbenswort
2. Im Westen nichts Neues
3. Blinder Passagier
4. Vom Ende der Angst
5. Blüten
6. Scherbenstadt
7. Land unter
8. Tränen & Staub
9. Odessa
10. Müdes Herz

Im Oktober 2021 haben wir zum ersten Mal über die Saarbrücker Band Gloria Adé berichtet. Die Männer hatten nämlich am 08.10. ihre erste Single Gloria veröffentlicht. Im März 2022 erschien dann die Debüt-EP Odyssee, und am kommenden Freitag wird dann endlich das Debütalbum Vom Ende der Angst folgen. Auf dem sind 10 Tracks versammelt, die das Album auf eine Spielzeit von einer knappen halben Stunde bringen. Das ist bei manchen Bands dann eher die Spielzeit einer EP, aber die Songs von Gloria Adé bewegen sich halt alle um die drei Minuten (fünf liegen drunter, fünf knapp drüber).

Wie schon auf Odyssee erweisen sich die Männer auch auf Vom Ende der Angst zum einen als sehr aufmerksame Beobachter der Welt um sie herum, erzählen aber auch offensichtlich aus ihren eigenen Leben. Und wieder mal sitze ich beim aufmerksamen Zuhören da und denke des Öfteren „kennste“. Sei es die Sprachlosigkeit, die manchmal auch zwischen vertrauten Menschen herrscht, bis es vielleicht sogar zu spät ist oder das ohnmächtige Gefühl, nichts an einer Situation ändern zu können. Die bisweilen sehr bildhafte Sprache kann ich tatsächlich nicht immer sofort „entschlüsseln“, aber der Nebel lichtet sich mitunter nach mehrmaligem Hören doch ein wenig. Nur ein Mal hören muss ich allerdings den im wahrsten Sinne des Wortes sehr zu Herzen gehenden Chorus von Müdes Herz. Neben Vom Ende der Angst und Scherbenstadt definitiv mein Favorit.

Und so abwechslungsreich, wie die Themen sind, denen sie sich widmen, geht es auch musikalisch zu. Da begeben sich die Männer auch mal auf eine Gratwanderung zwischen Indie Rock und Post Punk (Vom Ende der Angst, Scherbenstadt, Müdes Herz), werfen aber auch den einen oder anderen kurzen Blick in Richtung Pop (Blinder Passagier, Odessa). Dabei übernimmt der Bass dann auch gern mal so etwas wie die Funktion einer zweiten Gitarre (Blüten, Land unter, Tränen & Staub), und Blüten kriegt auch noch ein schönes Saxophonsolo spendiert. Und dabei wissen die Männer ganz genau, welcher Song welchen Stil braucht und wie man das dann auf dem Album platziert, damit die Abwechslung und somit der Hörspaß garantiert hoch bleibt.

Unser Fazit

Keine Shouts, keine Screams, kein Doublebase, kein Breakdown, sondern einfach „nur“ sehr feiner Indie Rock. Das ist für meine Ohren definitiv mal eine wohltuende Abwechslung. Gloria Adé sind für ihr Album wieder mal mit allen Sinnen ins Leben eingetaucht, haben beobachtet und ihre Schlüsse gezogen. Mit zeitlosen Themen sind sie doch aktueller denn je, wollen aber trotz der vielen negativen Dinge, die aktuell abgehen, nicht resignieren, sondern lehnen sich gegen die Resignation auf. Dazu passt sehr gut ein Satz vom Titelsong: „Wir müssen viel mehr rebelliern“.

Unsere Wertung

8.0 von 10.0

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mehr Reviews

Bei der Spielzeit von ungefähr 37 Minuten könnte man ja fast schon von einem Album sprechen, aber July15th selbst nennen es EP, also bleiben wir dabei. Die große Releaseparty findet dann sicherlich am 19.11. im Jugendhaus Nord YOZ in Delitzsch statt, wo July15th neben Bethel und No Escape spielen werden.
Über die Single-Releaseshow von Northern Light hatten wir ja schon berichtet, jetzt wollen wir natürlich auch noch ein paar Worte zum Song "How To Live" schreiben. Das Video dazu hatten die Jungs bereits am 05.11. veröffentlicht, und nachdem ich beim Videodreh in Wuppertal dabei sein durfte, war ich sehr auf das Endergebnis gespannt.
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