Interviewer:
Lesedauer ca. 5 min.

Das Interview mit Indecent Behavior

zur Verfügung gestellt von Jo!PR

Interview-Fragen

Künstler:

Indecent Behavior

Genre:

Skate Punk, Modern Punkrock

Links des Künstlers
Bandmitglieder
Nachdem die Jungs von Indecent Behavior gerade ihr Video zum Song "Satellite" veröffentlicht haben, war Sänger Henrik so nett, uns einige Fragen zu beantworten. Danke für die Zusendung der Antworten innerhalb eines Tages, das habe ich noch nie erlebt!

Zur Geschichte von Indecent Behavior kann man sich im Netz Infos zusammensuchen. Könnt ihr die für unsere Leserschaft noch einmal zusammenfassen? Und war es tatsächlich so, dass die Initiative im Grunde von Henrik ausging?

Hey hier ist Henrik! Wir haben uns 2011 als Schulband gegründet. 3 Freunde, die einfach Bock hatten, Musik zu machen. Leider hat das nur 1 Jahr gehalten und die anderen beiden haben sich in anderen Bands versucht. Ich wollte aber unbedingt die Songs behalten und habe mit Flo und Daniel zwei neue Freunde gefunden, von denen Flo auch bis heute noch dabei ist. Zwischenzeitlich hatten wir mehrere Besetzungswechsel und sind seit 2019 in der aktuellen Besetzung unterwegs.
In der Zwischenzeit haben wir eine eigene Konzertreihe organisiert, unzählige Underground-Konzerte in Deutschland und Belgien gespielt, durften 2019 Saltatio Mortis auf ihrer Brot und Spiele Tour supporten und haben 1 EP und 2 Alben veröffentlicht.
Die erste eigene Headline Tour steht (hoffentlich) im März/April an.

Ich habe sehr oft gelesen, dass ihr Indecent Behavior auch gegründet habt, um euren Vorbildern nachzueifern. Da meint ihr sicherlich Blink182, Sum41, Green Day, Billy Talent, oder liege ich da falsch?

Da liegst du natürlich absolut richtig. Gibt da natürlich auch noch ein paar weitere Beispiele, aber damit hat es auf jeden Fall angefangen.

Wenn das eure Vorbilder sind, hört ihr deren Musik wahrscheinlich auch privat. Oder sind eure CD-Regale ganz anders bestückt?

Also bei mir laufen diese Bands wirklich sehr häufig. Denis und ich kommen auch definitiv aus dem Punkrock. Bei Flo läuft sehr viel verschiedene Musik, vor allem aber Hardcore. Bei Chris zuhause sind es mehr härtere Metalbands, wobei er aber auch sehr offen für andere Musikrichtungen ist.

Wie kommt man denn auf einen Bandnamen, der übersetzt “ungebührliches/unangemessenes Verhalten” heißt? Ist das so die “Punkrock-Attitüde”? 😀

Ich würde sagen, das bleibt ein wohlgehütetes Geheimnis, haha 😀

Ihr seid in den Social-Media-Kanälen sehr gut aufgestellt, aber ausgerechnet auf eurer Homepage vermisse ich zum Beispiel allgemeine Infos zur Band und zu den Bandmitgliedern. Ist das bewusst so gehalten?

Wir sprechen unsere Fans eigentlich fast ausschließlich über die Sozialen Medien an. Unsere Homepage haben wir bisher lediglich für Tourdates, den ersten Eindruck und unseren Online-Shop genutzt. Allerdings ist unsere Website auch gerade im Umbau. Ich denke also, dass es da in Zukunft etwas mehr zu sehen gibt.

Als Mediendesigner ist wahrscheinlich Henrik für Social Media zuständig (?). Sind die Aufgaben innerhalb der Band denn ansonsten fest verteilt, also Booking, Kontakt zu Magazinen usw.?

Ich bin tatsächlich gar kein Mediendesigner, sondern Informatiker. Trotzdem bleibt mir die Aufgabe der Social-Media Betreuung vergönnt, haha. Denis ist unser Designer, der sich von Bildbearbeitung, über Artworks bis hin zu Merch-Designs eigentlich um alles Grafische kümmert.
Chris produziert eigentlich ausschließlich unsere Musik und unsere Musikvideos und kümmert sich außerdem zusammen mit mir ums Songwriting. Flo gibt viel kreativen Input und wertet die Band auf jeden Fall mit seinen genialen Ideen immer wieder auf.
Das Booking und das Management habe ich lange Zeit selbst gemacht, das wird aber in naher Zukunft abgegeben. Wir sind sowieso auch gerade dabei, ein kleines Team aufzustellen und den nächsten Schritt in die professionelle Karriere zu wagen.

Als ich mich über euch schlau gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass eure bisherigen Veröffentlichungen einem Zwei-Jahres-Rhythmus folgen. Auch mit dem neuen Album werdet ihr diesen Rhythmus wohl beibehalten. War das von Anfang an geplant, oder hat es sich so ergeben?

Das ist glaube ich einfach so passiert. Wir haben uns da keine fixe Zeit gesetzt, sondern einfach das getan, was wir in dem Moment für richtig gehalten haben. Die richtigen Release-Pläne kamen eigentlich erst in den letzten 3 Jahren, haha.
Der Zwei-Jahre-Rhythmus fühlt sich auf jeden Fall für den Moment gut an.

Apropos geplant: Wie läuft denn das Songwriting bei euch ab? Erst die Texte, dann die Musik? Oder eher so spontan beim Jammen im Proberaum?

Ich habe ein riesiges Sammelsurium von Melodien und Akkordfolgen auf meinem Smartphone, dass sich ständig erweitert. Mit diesen Ideen treffen wir uns dann meistens im Studio und arbeiten sie aus. Der Text kommt häufig ganz zum Schluss. Es stehen aber häufig schon erste Zeilen aus den Refrains fest. Das meiste entsteht also im Studio, hier und da ist aber auch mal eine Idee aus dem Proberaum dabei.

Ihr durftet schon zwei Mal Saltatio Mortis bei deren Tourneen supporten. Musikalisch eher eine andere Richtung, wie kamt ihr denn an diese Slots?

Wir haben uns im Studio kennen gelernt und, wie es so oft passiert, nach ein paar Bierchen zusammen beim Abendessen gesessen und über die Musik gesprochen. Als dann irgendwann fast alle schlafen waren und sich der Abend langsam dem Ende geneigt hat (hehe), saßen nur noch zwei Menschen dort: Luzi von Saltatio Mortis und ich. Plötzlich wurden natürlich die Handys gezückt und gegenseitig Musik präsentiert. Nach dem ersten Abschnuppern sind wir dann schließlich in Kontakt geblieben, die Jungs haben uns viel bei unserem ersten Release geholfen und letztendlich dann angefragt, um sie auf ihrer Tour zu supporten. Ich bin fast aus allen Wolken gefallen, als Frank mir die Nachricht geschrieben hat, haha.
Die kleine Band aus der hinterletzten Provinz bekommt plötzlich die Möglichkeit, ein paar der geilsten Hallen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu spielen.
Wir sind auch bis heute noch in engem Kontakt und durch die Tour haben sich einige Freundschaften gebildet. Irgendwie eine richtige Lovestory! Die Jungs und Mädels sind super! Grüße gehen raus <3

Die Shows mit Saltatio Mortis dürften sicherlich zu euren Highlights gehören. Aber gibt es denn andere Shows, an die ihr euch besonders gern erinnert? Oder vielleicht auch eine, bei der irgendwas schiefgelaufen ist?

Oh, schief gelaufen ist schon sehr viel! Vor allem was die Verletzungen auf Tour angeht. Da ist Flo unser absoluter Spitzenreiter, haha.
Geile Highlights gibt’s auch mehrere. 2016 durften wir unsere Kindheitshelden von Ignite in Saarbrücken supporten und gleichzeitig auch zum ersten Mal in der Garage spielen. Mit diesem Club verbinden wir sehr viel, da so ziemlich alle Konzerte, die wir besuchen und früher besucht haben, immer in der Garage in Saarbrücken waren und sind. Das erste Mal dort auf der Bühne zu stehen war unglaublich besonders für uns. Außerdem durften wir schon Shows mit Bands wie ZSK oder Fahnenflucht spielen.
Im Vordergrund jeder Tour stehen für uns aber immer die unzähligen tollen Menschen, die wir unterwegs kennenlernen dürfen.

Apropos Shows: Wenn ihr ein eintägiges Festival organisieren dürft und Geld keine Rolle spielt, wen holt ihr ran? Fünf Slots sind zu vergeben. Und würdet ihr auch selbst spielen wollen oder einfach nur genießen?

Da kann ich jetzt nur für mich sprechen, aber das fällt mir nicht schwer.
Die Toten Hosen, Blink 182 in Urbesetzung, A Day To Remember, Billy Talent und den Opener würden wir natürlich selbst machen, haha 😀

Indecent Behavior gibt’s ja jetzt schon zehn Jahre. Wenn ihr in die Vergangenheit reisen könntet, würdet ihr irgendwas anders machen? Oder sagt ihr “alles richtig gemacht”?

Wenn ich mit meiner jetzigen Erfahrung und dem dadurch erlangten Wissen wieder eine Band gründen würde, würde ich von Grund auf einiges anders machen. Ich denke aber, wenn ich zurückreisen könnte, dann würde ich trotzdem alles genau so wieder machen. Wir haben unglaublich viel gelernt in dieser Zeit, super Erlebnisse sammeln dürfen und unglaublich viele Menschen kennen gelernt, die ich jetzt nicht missen möchte.
Ich denke für uns persönlich haben wir alles richtig gemacht, aus „Musik-Business-Sicht“ hätte man da allerdings ein paar Dinge anders machen können, haha.

Hier in NRW und speziell im Ruhrgebiet gibt es eigentlich an jeder Ecke irgendwelche Locations, in denen kleinere Shows stattfinden. Da hat man dann (in pandemielosen Zeiten) jedes Wochenende die Qual der Wahl. Wie sieht’s denn da im Saarland aus? In Saarbrücken gibt’s die überregional bekannte Garage, ihr habt eine Show im Studio 30 angekündigt…

Es hat in der letzten Zeit leider vieles geschlossen. Bei uns gibt’s wenig offizielle Clubs, dafür aber viele Jugendzentren mit kleinen Bühnen und extra Räumen, in denen man coole Underground-Shows besuchen kann.
Wir haben beispielsweise über 4 Jahre eine eigene Konzertreihe im Jugendzentrum Utopia in Saarlouis organisiert. Genau dieses Jugendzentrum wurde nun leider auch geschlossen. Es gibt aber definitiv eine sehr lebendige Szene im kleinsten Bundesland der Welt. In Saarbrücken gibt es eben auch diese beiden Clubs, vor allem auch das Studio30, welches immer mehr an Bekanntheit erlangt.
Sehr nette Menschen und ein wirklich schöner Club!

Mir gehen jetzt langsam die Fragen aus. Aber gibt es noch eine Frage, mit der ihr gerechnet habt, die wir aber nicht gestellt haben? Dann dürft ihr die jetzt selbst stellen und auch gleich selbst beantworten.

Ich denke, du warst schon sehr gründlich 😊

Möchtet ihr euren Fans, und allen, die noch Fans werden sollen, noch etwas sagen?

Bleibt ihr selbst, supportet den Underground, denn der ist sehr wichtig für die Zukunft und kommt gerne zu einer Show von uns, dann trinken wir zusammen eine Apfelschorle und tanzen durch die Nacht! <3

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