Interviewer:
Lesedauer ca. 5 min.

Das Interview mit Dennis von Northern Era

Fotocredits: Sebastian Goelz

Interview-Fragen

Künstler:

Northern Era

Genre:

Modern Metalcore, Modern Metal, Alternative Metal

Links des Künstlers
Bandmitglieder

Jennifer Sicka (Clean Vocals)
Peer Straßburg (Harsh Vocals)
Dennis Schauermann (Leadgitarre)
Omid Mashregh-Zamini (Rhythmusgitarre)
Paul Gütschow (Bassgitarre)
Bernhard Schröcker (Schlagzeug)

Auch Dennis von Northern Era hat sich die Zeit genommen, unsere Fragen zur Band, zur Debüt-EP und zu musikalischen Vorlieben zu beantworten.

Bevor wir zur ersten “regulären” Frage kommen: Seid ihr gut durch die Stürme gekommen, die ja in Hamburg besonders heftig gewesen sein sollen?

Einige von uns wohnen im Dachgeschoss, dort haben teilweise schon die Fenster etwas gewackelt. Ansonsten haben alle bis auf Peers Sonnenschirm auf dem Balkon den Sturm gut überstanden 😀

Ihr hattet in eurer Mail an uns zur Bandgeschichte geschrieben, dass Jenny Ende 2019 euren Bassisten Paul fragte, ob er nicht wieder musikalisch aktiv werden wolle. Wart ihr denn vorher schon in anderen Bands aktiv?

Größtenteils ja, Omid war als Berufsmusiker tätig und darum schon in sehr vielen Bands aus allen möglichen Genres. Peer war in einer Metalcore-Band namens “The Sky Below“ aktiv, die sich aber mittlerweile umbenannt hat. Paul war Bassist in der Deathcore-Band “Your Redemption“, und auch Dennis war schon in einigen Bands aktiv. Bernhard war nur in der Schulzeit in mehreren Bands aktiv, in den letzten Jahren vor der Gründung von Northern Era aber nicht mehr.

Jenny ist unser Rookie, sie war bevor sie zu NERA kam noch nie in einer Band aktiv.

Dann kam die Bandgründung, aber wie kamt ihr auf den Bandnamen? Hat der eine besondere Bedeutung?

Das war ein ganz klassisches Brainstorming in Bernhards damaligen WG-Zimmer. Wir haben viele verschiedene Namen aufgeschrieben und uns am Ende dann für eine Auswahl von ein paar verschiedenen Namen entschieden. Wir haben auch viele Freunde und Bekannte angeschrieben, welcher der Namen ihnen am meisten zusagt und uns dann nach viel hin und her für Northern Era entschieden.

Der Name hat nicht wirklich eine Bedeutung, wir wollten aber auf jeden Fall unsere Bandherkunft mit in den Namen bringen.

Wie lief denn das Songwriting zu “Phase One” ab? Beteiligt sich da jeder?

Dennis hat in den letzten Jahren hunderte verschiedene Songs geschrieben, bei “Phase One” lief es so ab, dass wir uns zusammengesetzt hatten, Demos dieser Songs durchgehört haben und uns dann für ein Paar dieser Lieder als Grundkomposition geeinigt haben. Auf diese haben dann Peer und Jenny dann Texte geschrieben und jedes Bandmember hat sein eigenes Flair in die Songs gebracht.

Wie sind denn die anderen Aufgaben (z. B. Booking, Social Media, Kontakt zu Magazinen) in der Band verteilt? Fest zugeordnet, oder macht jeder irgendwie alles?

Das ist tatsächlich ein Feld, bei dem wir viel lernen mussten. Am Anfang hatten wir versucht, alles möglichst gleichmäßig zu verteilen und immer Entscheidungen zu treffen, mit denen jedes Member glücklich ist. Damit sind wir regelmäßig in Situationen gekommen, wo wir uns bei Entscheidungen ewig im Kreis gedreht haben, und im Endeffekt haben wir jetzt beschlossen in Resorts zu arbeiten und diesen auch immer eine*n Resortleiter*in vorzustellen. Beispielsweise betreut Bernhard das Technikresort, Jenny ist für Social Media zuständig und Paul kümmert sich um die Finanzen der Band.

Während der Pandemie ein Album zu produzieren, stelle ich mir ziemlich schwierig vor. Hat jeder seinen Part für sich allein eingespielt, und die Teile wurden dann zusammengefügt?

Das war definitiv eine Herausforderung. Wir hatten vorher generell erst einen Song produziert, daher wussten wir am Anfang auch nicht wirklich, was da auf uns zu kommt. Wir haben alle Aufnahmen für die EP bei unserem Gitarristen Omid in der Wohnung gemacht. Bernhard hat sich um die zentrale Sammlung der Daten, Editing und die Kommunikation mit unserem Mixer gekümmert und Paul hat dafür gesorgt, dass unser Jira-Ticketsystem mit dem wir unseren Fortschritt in den einzelnen Songs getrackt haben immer aktuell war.

Bass und Drums mussten wir aufgrund der Corona Situation und aus Kostengründen über Midi lösen, was wie ich finde aber echt gut funktioniert hat.

Fangt ihr denn jetzt mit den Lockerungen der Coronamaßnahmen langsam an, zumindest eine Releaseshow oder sogar gleich ein paar Shows zu planen?

Darauf gibts ein eindeutiges Ja! Wir sind gerade schon aktiv auf der Suche nach Auftritts­möglichkeiten und wollen so schnell es geht auf der Bühne stehen.

Unsere Bandgründung fiel ja perfekt auf den Start der Pandemie, wodurch wir schon seit fast zwei Jahren auf glühenden Kohlen sitzen und es gar nicht erwarten können, endlich aufzutreten.

Ihr habt zum Song “Leviathan” ein Video produziert. Warum gerade zu dem Song? Und wer hat diese sehr coolen visuellen Effekte erstellt?

Wir haben uns sehr lange darüber beraten, welchen Song wir als unser Debut veröffentlichen und uns im Endeffekt für “Leviathan” entschieden, weil wir finden, dass er die Facetten unserer musikalischen Bandbreite relativ gut abdeckt. Uns war vor allem wichtig, einen Song zu wählen, der sowohl Peer als auch Jenny bestmöglich featured, da das Zusammenspiel der beiden ja einen sehr großen Teil unseres Sounds ausmacht.

Für das Lyric Video haben wir uns externe Hilfe geholt und das ganze nach unseren Vorstellungen produzieren lassen. Wir sind echt glücklich damit, was wir als Resultat bekommen haben.

Plant ihr noch ein weiteres Video? Falls ja, fände ich tatsächlich “The Ballad” sehr cool… 😀

Wir hatten schon überlegt, ob es Sinn machen würde noch ein Musikvideo zu “Phase One” zu produzieren, haben uns aber im Endeffekt dagegen entschieden. Für neues Material wird es dann aber auf jeden Fall wieder Videos geben 🙂

Ihr habt ja jetzt eine Debüt-EP veröffentlicht. Ist denn irgendwann ein Full-Length-Album geplant oder eher noch eine EP? Und schreibt ihr vielleicht sogar schon an neuen Songs für “Phase Two”?

Für den Anfang ist noch nicht geplant, auf Full Length Alben zu gehen. Da wir alle Berufstätig sind oder studieren, würde es für uns sehr lange dauern, 12 Songs in Eigenregie zu recorden, zu editieren und in Zukunft auch zu mixen, darum werden wir uns erst mal auf Singles und EPs beschränken und dafür häufiger releasen.

Generell ist aber auf jeden Fall geplant, irgendwann auch LPs zu veröffentlichen.

Ihr beschreibt euch selbst als Metalcore-Band, aber mir ist tatsächlich kaum eine Band aus dem Genre eingefallen, die euch inspiriert haben könnte. Das ist ja für sich gesehen besser als “klingt wie xyz”. Aber habt ihr denn musikalische Vorbilder?

Dennis hat viele Einflüsse von Architects, While She Sleeps und Polaris, die man vor allem im Riffing der Songs wiederfinden kann. Peers Harsh Vocals sind angelehnt an Lorna Shore und Bury Tomorrow.

Generell bringen wir alle unsere eigenen Einflüsse mit in die Musik aber versuchen nicht so zu klingen wie irgendeine andere Band, sondern unseren eigenen Sound zu entwickeln, was ja scheinbar auch ganz gut geklappt hat 😀

Ich hatte ja in meinem Review geschrieben “…auch die Instrumentenfraktion zeigt noch einmal, dass sie aus dem Anfängerstadium schon ziemlich lange raus ist.” Von Gitarristen höre ich da oft “für die Basics erstmal Unterricht, dann mit YouTube-Videos weitermachen”. Es gibt aber auch viele, die Musik oder sogar auf ihr Instrument studiert haben. Wie sieht’s da bei euch aus?

Das ist sehr unterschiedlich, Omid hat Jazzgitarre studiert, hat sich aber auch sehr viel selbst beigebracht, Bernhard hatte lange Jahre Schlagzeugunterricht, aber hat sich, zumindest was den Metalbereich angeht, eigentlich alles selbst beigebracht. Ähnlich sieht es bei Dennis aus, der schon im sehr frühen Alter Unterricht für eine kurze Zeit nahm und sich später den Rest selber beibrachte.

Paul dagegen ist ein kompletter Autodidakt und hatte nie wirklich Unterricht.

Auch gesangstechnisch seid ihr gut aufgestellt. Haben Jenny und Peer Gesangsunterricht gehabt?

Sowohl Jenny als auch Peer hatten nie Unterricht und haben sich alles im Alleingang beigebracht.

Ich kenne viele Bandmitglieder, die privat was ganz anderes hören als das, was sie selbst spielen. Wie sieht es da bei euch aus? Was hört ihr privat?

Das ist tatsächlich sehr divers, viele von uns hören auch in der Freizeit gerne Metal- und Deathcore, allerdings ist bei unseren Musikgeschmäckern von Rap über Anime-Intros, Soundtracks, Rock/Pop bis hin zu Jazz wirklich alles dabei.

Gibt es noch etwas, dass ihr euren Fans und unseren Leserinnen und Lesern, sagen möchtet? Die letzten Worte gehören euch. 🙂

Gerne, wir wollen uns bei allen Leuten bedanken die uns auf unserem bisherigen Weg begleitet und unterstützt haben, vielen Dank auch euch für die Möglichkeit dieses Interviews. 🙂

Und zu guter Letzt an alle die noch nie etwas von uns gehört haben: checkt uns gerne auf Spotify und Youtube aus, wir freuen uns über jede*n Zuhörer*in. 🙂

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