Interviewer:
Lesedauer ca. 6 min.

Das Interview mit Chris von Le Rock

Interview-Fragen

Künstler:

Le Rock

Genre:

Rock, Singer-Songwriter

Links des Künstlers
Bandmitglieder
Chris, der Kopf von Le Rock, war so nett, sich mit Heike zusammenzusetzen, um über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft von Le Rock zu sprechen.

Du bist ja nicht erst seit Le Rock musikalisch aktiv. Kannst du mal grob umreißen, was noch so in deiner musikalischen Vita steht?

Da steht so einiges, angefangen hat das alles mal mit einer klassischen Ausbildung an der Gitarre als ich 12 war.  Im Jahr 2000 hab’ ich dann meine erste Band gegründet und von da an immer wieder in verschiedenen Bands und Projekten gespielt.  Vom Unplugged-Duo bis zur 5-Mann-Partyband war da alles dabei.  Als freier Gitarrenlehrer und als Sessionmusiker hat man damit dann auch ein bisschen Geld nebenbei verdient.

Während meiner Recherchen zum Review habe ich gelesen, dass du Le Rock ursprünglich als Solist betreiben wolltest. Das wäre ja nichts Ungewöhnliches, aber du bist dann doch irgendwann drauf gekommen, dass es besser ist, sich Unterstützung zu holen. Wie ging’s dann weiter?

Irgendwann ist mir die Idee eines Soloalbums über den Kopf gewachsen, so viele Parts, die ich alleine nicht mehr stemmen konnte. Welche Songs sollte ich auswählen, welche Drumparts, welche Gitarren, Klavierspuren etc. Das erste Album war schon ein Seelenstrip und damit dann auch nicht gerade etwas, dass du halbgar veröffentlicht willst, also habe ich geguckt, wer aus meinem musikalischen Umfeld in Frage kommt und wen man sich zur Seite holen kann. So kam ich auch auf Jack, Sascha, Peter und Marco. Dann war das eigentlich nur noch eine Frage des guten Zuredens, viel Überzeugungsarbeit musste ich allerdings nicht leisten. Zum Glück. Weil alle schon irgendwie Lust auf dieses Projekt hatten.

Wie kam es denn zu dem Namen Le Rock? Für mich klingt der ja irgendwie französisch…

LE ROCK oder Chris Le Rock entstand, als ich mit meiner damaligen Band „halo“ unser erstes Album „Hinter dieser Tür“ 2010 veröffentlicht habe. Da es bei der GEMA-Anmeldung Probleme mit der Zuordnung meines Klarnamens gab, musste ich mir ein Pseudonym zulegen, also so etwas wie Jan Delay, Sido etc…  Ironischerweise hab’ ich den Namen gar nicht gewählt, sondern damals in einer Umfrage unsere Fans entscheiden lassen, Hätte auch schlussendlich schlimmer kommen können, zur Auswahl stand auch so was wie „Chris Distortion“ und „Chrys tal“ 😀

Das Debütalbum “Schwarz-Weiß” wurde im Jahr 2018 veröffentlicht. Wie kam es dann zu der Idee, statt neuer Songs ein Album mit Unplugged-Versionen einzuspielen? Und warum wurden genau diese sieben Songs ausgewählt?

Ursprünglich war ja mal geplant „7 auf einen Streich“ als Lückenfüller zwischen Album 1 und Album 2 zu machen.  Nach der VÖ von „Schwarz-Weiß“ waren Jack und ich viel als unplugged-Duo unterwegs und fanden das auch mal ganz angenehm, unsere Songs in einem anderen Gewand zu präsentieren. Daraus ist dann irgendwann die Überlegung entstanden, ein Album zu machen. Sechs Songs hatten wir uns rausgepickt, die live am einfachsten im Unplugged-Modus gingen und mit „SIE“ ist dann auch ein (alter) neuer Song dazu gekommen.

Die Besetzung bei diesem Unplugged-Album ist, bis auf Marco Gnoatto, eine andere als die auf “Schwarz-Weiß”. Wie hast du denn die Musikerinnen und Musiker entdeckt? Und waren sie sofort dabei?

Marco [Gnoatto] hatte uns ja schon bei unserem Debütalbum am Klavier unterstützt. Als ich mit den ersten Takes zu „7 auf einen Streich“ begonnen hatte, habe ich irgendwann gedacht, warum nicht zusätzlich noch ein bisschen Klavier und Streicher zu den Akustikgitarren und Marco halt gefragt, der sofort dabei war. Als wir dann seine Klavier- und Streicherspuren bekamen, war es erst mal so, dass ich zu Jack sagte, dass wir noch mal alle Songs neu durchgehen müssen und den Schwerpunkt vielleicht weg von den Gitarren und den Fokus aufs Klavier packen sollten. Denn durch Marcos Einfluss haben die Songs eine ganz andere Richtung eingeschlagen und wir mussten quasi alles von vorne neu aufnehmen, sprich den Gesang ans Klavier anpassen und die Gitarren etc. Es war so, als ob man neue Songs spielen würde, was ein erfrischendes und sehr inspirierendes Arbeiten für mich war. Dann habe ich über ein Sessionmusikerportal nach zusätzlichen Musikern gesucht und bin auf Jake Naugle aufmerksam geworden, hab’ mir ein paar Sachen angehört und ihn dann für die Studioaufnahmen gebucht. Sehr unkompliziert und praktisch, wie gesagt, der Plan war, dass wir spätestens 2020 eigentlich die Aufnahmen schon veröffentlichten wollten und uns auch so ein bisschen unter Zeitdruck gestellt hatten.

Wenn ich es richtig gelesen habe, schreibst du ja sowohl Texte als auch die Musik selbst. Hast du da immer die gleiche Vorgehensweise? Und hast du auch die neuen Arrangements für “7 Auf Einen Streich” geschrieben?

Das ist recht unterschiedlich, in der Regel schreibe ich erst einen Text und überlege mir dann im Nachhinein, welches Riff am besten dazu passen könnte. Manchmal ist aber auch ein Riff da und irgendeine Textzeile fällt dir dazu ein, also genau umgekehrt. Bei „7 auf einen Streich“ waren die ersten Demos eigentlich fast 1:1 wie auf unserem Debütalbum „Schwarz-Weiß“, nur dass wir die E-Gitarren gegen Akustikgitarren getauscht hatten, erst als Marco mit seinen Ideen um die Ecke kam, haben wir die Songs neu arrangiert.

Mit der Veröffentlichung von “7 Auf Einen Streich” hattet ihr dann weniger Glück, denn auf Grund der Pandemie war an Live-Promotion eher nicht zu denken. Wie seid ihr denn mit dieser Situation umgegangen? Ihr habt doch sicherlich alle schon “mit den Hufen gescharrt”.

Wir waren erst einmal frustriert und geschockt, da gab es ein Virus und plötzlich durftest du nicht mehr musizieren, keiner wusste was los war.  Keine Auftritte, zeitweise monatelang keine Probe, die bestätigten Gigs, die wir hatten, wurden alle gecancelt – das war schon mehr als frustrierend, dein Hobby, dein Lebenselexier – alles verboten, gleichzeitig aber Fußballmeisterschaften erlaubt, für uns unverständlich und wenn wir mal ehrlich sind, hat sich die Situation bis heute nicht gebessert.

Dass da der Frust und die Wut in einigen steigt, kann ich mehr als nachvollziehen. Wir haben am Anfang der Pandemie eben versucht, das Beste daraus zu machen und haben gesagt, “Ok, abwarten, wir verschieben dann die Veröffentlichung, kann ja nicht so lange dauern…“ Dass nach 2 Jahren wir immer noch in der Scheiße stecken ahnte ja niemand. Um die Zeit zu überbrücken, haben Jack und ich dann eben an neuen Songs gearbeitet und für die Unplugged-Sachen Videos gedreht, weil wir noch voller Hoffnung waren.

Und als wäre das noch nicht genug, kam dann die Nachricht von der Erkrankung von Jack Dee Lance, der ja schlussendlich auch schweren Herzens bei Le Rock ausgestiegen ist. Live wird man die Songs von “7 Auf Einen Streich”, zumindest mit Jack Dee, niemals hören. Wäre denn ein anderer Sänger oder sogar eine Sängerin eine Option? Oder ist das Thema durch?

„7 auf einen Streich“ steht für mich als Abschied; Abschied von Jack und zugleich ein Abschied von einem gemeinsamen Weg, den man zusammen gegangen ist. Ich kann Jacks Entscheidung verstehen und respektiere diese auch, aber bin natürlich auf der anderen Seite auch enttäuscht, weil genau darum es bei Le Rock immer ging, dass selbst in schwierigen Zeiten man aus den dunkelsten Tagen noch Kraft und Energie ziehen kann.  Dieses Feuer in einem sollte lodern und brennen und niemals erlöschen. Desto schwieriger wird es, die Songs vom Album mit einem anderen Sänger oder Sängerin zu performen. Das war und ist uns als Band auch bewusst, so dass wir aktuell an neuen Songs arbeiten und uns neu aufstellen und nach vorne blicken.

Apropos “Thema durch”. Da du und Jack Dee ja nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich auf einer Wellenlänge liegt (so habe ich es zumindest gelesen), wird es ja umso schwieriger, seinen Platz am Mikrofon neu zu besetzen. Steht das für dich überhaupt zur Debatte, oder denkst du eher daran, Le Rock auf Eis zu legen und gegebenenfalls etwas komplett Neues anzufangen? So “musikbesessen”, wie du augenscheinlich bist, ist Aufgeben ja wohl keine Option…

Wir nutzen diese Zeit und sehen das gar nicht so dramatisch wie es vielleicht gerade ist, für uns ist Jacks Ausstieg auch eine Art Neuanfang. Seine Art zu singen und zu performen, waren einzigartig, und bevor wir jemanden aufnehmen, der nur eine „gesangliche“ Kopie von ihm ist, suchen wir lieber jemand neues mit eigenem Charakter. Le Rock auf Eis zu legen steht aktuell nicht zur Debatte, es wird irgendwie weitergehen, ob nun mit männlichem oder weiblichem Gesang an der Front oder gemischt, das wird sich zeigen. Ich kann nur so viel im Moment sagen, dass im Hintergrund einige Auditions laufen und wir wirklich gut sortieren werden, wen wir mit auf die Reise nehmen. Ideen haben wir viele und euphorisch sind wir allemal. Und da wir drei auch noch mit anderen Projekten und Bands beschäftigt sind, können wir uns über zu wenig Arbeit nicht beschweren.

Andere Reviews habe ich zwar nicht gelesen, aber ich hatte für “7 Auf Einen Streich” nicht viele wohlwollende Worte. Was waren denn deine Gedanken, als du unser Review gelesen hast?

„Verdammt ehrlich“ – das waren meine ersten Gedanken dazu. Aber, und das ist das entscheidende, es ist immer eine subjektive Meinung und das respektiere ich. Schade, dass dich die Versionen der Songs nicht abgeholt haben, in anderen Reviews waren sie wohlwollender aber ähnlich. Und das ist okay für mich bzw. uns, mir geht es bei dieser Veröffentlichung nicht um lobende Worte, sondern wie gesagt, um einen Abschied und Neuanfang.

Mir gehen jetzt doch langsam die Fragen aus. Gibt es noch eine Frage, mit der du gerechnet hast, die wir aber nicht gestellt haben? Dann darfst du die jetzt selbst stellen und auch gleich selbst beantworten.

Keine weiteren Fragen Euer Ehren 😀

Gibt es noch etwas, dass du zum Abschluss dieses Interviews sagen möchtest?

Ja, vielen Dank für die Fragen und eurer Review. Jeder Leser kann sich ja gerne ein eigenes Bild von unserer EP machen, und wir hoffen, dass wir bald mit neuem Material mal wieder bei euch vorbeischauen können.

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